BVMB zum Sondervermögen: „Überfälliger Schub für Infrastrukturprojekte“

10.03.2025

Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) begrüßt das geplante Sondervermögen von 500 Milliarden Euro zur Sanierung der deutschen Infrastruktur als einen bedeutenden Schritt. Sollte der Bundestag in seiner aktuellen Konstellation zustimmen, wird diese Investition als ein entscheidender Meilenstein betrachtet.

Bedarf für finanzielle Unterstützung

Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der BVMB, hebt die Dringlichkeit dieser Maßnahmen hervor, indem er die jahrzehntelangen Forderungen der Bauwirtschaft nach einer solchen Investition unterstützt. Auf dem Tag der mittelständischen Bauwirtschaft im Februar hatte die BVMB bereits auf die Notwendigkeit eines solchen Sondervermögens hingewiesen, um die infrastrukturelle Entwicklung nicht von finanziellen Einschränkungen ausbremsen zu lassen.

Ein zentraler Aspekt des Vorhabens ist die Verbesserung der deutschen Infrastruktur – insbesondere der Straßen, Brücken und des Schienennetzes. Gilka beschreibt die aktuelle Situation mit einem metaphorischen Vergleich: Die Bauwirtschaft befindet sich in einer Warteposition wie das sprichwörtliche „Kaninchen vor der Schlange“.

Finanzielle Auswirkungen und Priorisierungen

Neben der direkten Investition beinhalten die Pläne des Sondervermögens auch weiterreichende finanzielle Strategien. Es wird erwartet, dass die Investitionssumme durch künftige Steuermehreinnahmen teilweise gegenfinanziert wird. Laut Gilka sollen die Mittel ausschließlich für Infrastrukturprojekte eingesetzt werden, ohne dabei zusätzliche konsumtive Ausgaben zu schaffen.

Parallel zu den finanziellen Mitteln muss die Planung und Realisierung der Projekte durch schlankere bürokratische Prozesse begleitet werden. Die Einführung eines Planungsbeschleunigungsgesetzes wird als notwendiger Schritt genannt. Durch die Deregulierung und Verringerung von Nachweispflichten soll der Weg für zügige Ausschreibungen und Projektumsetzungen geebnet werden.

Zukunftsausblick und Umsetzungserwartungen

Das BVMB fordert, dass die öffentliche Hand die freigegebenen Mittel effektiv und transparent in laufende und neue Projekte leitet. Hierbei sind mittelstandsgerechte Ausschreibungen essentiell, um den Kapazitätsaufbau der Bauunternehmen voranzutreiben. Gilka unterstreicht, dass das wissenschaftlich-politische Umfeld, inklusive der Koalitionsverträge der neuen Regierung, klare Verpflichtungen und Vorgaben beinhalten sollte, um die geplanten Maßnahmen umzusetzen.

Das Sondervermögen für Infrastrukturprojekte wird von der BVMB als notwendiger Impuls beschrieben, der über die Bauwirtschaft hinaus eine positive Wirkung auf die gesamte Konjunktur entfalten könnte. Die notwendigen Maßnahmen zur Vereinfachung der Prozesse sind dabei genauso wesentlich wie die finanzielle Unterstützung selbst, um die infrastrukturelle Grundlage Deutschlands nachhaltig zu stärken.

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