LMBV: Nachverdichtungsarbeiten am Concordia See mittels Sprengverdichtung

08.04.2026

Die Nachverdichtungsarbeiten am Concordia See im Bereich der östlichen Rutschungsflanke bei Seeland/Leipzig stellen eine technische Herausforderung dar. Diese Arbeiten sind notwendig, um eine standsichere Gründung nach der Flutung des Sees zu gewährleisten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Anwendung der Tiefen Schonenden Sprengverdichtung (T-SSPV), einer Methode, die speziell für verflüssigungsempfindliche Kippenmaterialien entwickelt wurde.

Hintergrund und Planung

Im März 2026 wurden die Maßnahmen zur Nachverdichtung am Concordia See initiiert, insbesondere im Bereich der östlichen Rutschungsflanke unterhalb der Berme mit einer Höhe von +90,50 m NHN. Die Identifikation der erdbautechnischen Aufweitung des Böschungssystems als Vorzugsvariante war essentiell, um eine sichere Gründung zu gewährleisten. Ursprüngliche Erkundungen und Drucksondierungen machten eine Anpassung der Planungen notwendig, da verflüssigungsempfindliche Materialien unterhalb des Niveaus von +100 m NHN gefunden wurden.

Umsetzung der T-SSPV

Die Maßnahme der Tiefen Schonenden Sprengverdichtung (T-SSPV) wurde im Jahr 2023 durch die zuständigen Behörden zugelassen und in der folgenden Bauperiode von November 2024 bis April 2025 erstmals umgesetzt. Aufgrund der Ergebnisse des Verdichtungsnachweises wurde erkannt, dass zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich sind. Diese Nachverdichtungsmaßnahmen erhielten die Genehmigung im Rahmen der zweiten Änderung zur 150. Ergänzung des Projekts.

Sprengarbeiten und technologische Details

Der Zeitraum der Implementierung ist vom 09. März 2026 bis zum 30. Juni 2026 festgelegt. Die Sprengarbeiten begannen am 01. April 2026 und sollen bis zum 30. April 2026 abgeschlossen werden. Es sind 19 Sprengtage eingeplant, um die gesamte Maßnahme zu realisieren. Im ausgewählten Vergütungsbereich wurden 95 Sprengbohrlöcher angeordnet, die in 33 Sprenggruppen mit jeweils 2 bis 3 Bohrungen im Dreieck-Raster angeordnet sind.

  • Der Abstand zwischen den Bohrungen beträgt rund 5 m.
  • Die Bohrtiefe variiert entsprechend der Schichtgrenze der zu verdichtenden Schicht und beträgt bis zu 26 m.
  • Im Durchschnitt liegt die Bohrtiefe bei etwa 14 m.
  • Für die gesamte Maßnahme kommen circa 700 kg Sprengstoff zum Einsatz.

Qualitätssicherung und Nachweisführung

Der Erfolg der Verdichtungsmaßnahmen wird durch einen abschließenden Verdichtungsnachweis überprüft. Hierfür sind 30 Drucksondierungen vorgesehen, die Tiefen von bis zu 25 m aufweisen. Diese Sondierungen werden frühestens einen Monat nach Abschluss der Sprengarbeiten durchgeführt, um eine umfassende Bewertung des Verdichtungserfolgs zu ermöglichen.

Verantwortlichkeit und Finanzierung

Die technische Umsetzung der Maßnahme liegt in der Verantwortung der Firma Hagn Umwelttechnik GmbH. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung, was die ökonomische Unterstützung für die notwendigen infrastrukturellen Sanierungsmaßnahmen im ehemaligen Braunkohle-Abbaugebiet sicherstellt.

Fazit

Die Nachverdichtungsarbeiten am Concordia See sind ein komplexes Unterfangen, das umfassende Planung und die Anwendung spezialisierter Techniken erfordert. Die Nutzung der T-SSPV-Methode zeigt die Herausforderung bei der Verdichtung verflüssigungsempfindlicher Kippenmaterialien und betont die Notwendigkeit präziser geotechnischer Strategien zur nachhaltigen Sicherung von Böschungssystemen.

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