BAUINDUSTRIE: Auftragslage verbessert sich, Mineralölpreise belasten

24.04.2026

Im Februar 2026 hat sich die Auftragslage im deutschen Bauhauptgewerbe verbessert. Das Statistische Bundesamt meldet ein reales Orderplus von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und 7,6 Prozent zum Vormonat. Trotz eines Rückgangs im Januar setzt sich damit der vorsichtige Wachstumstrend des Vorjahres fort. Der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, weist jedoch darauf hin, dass nicht alle Bereiche gleichermaßen profitieren. Vor allem im Wohnungsbau spiegeln sich die gestiegenen Baugenehmigungen bisher nicht wider. Im Februar sind die Auftragseingänge in diesem Segment real um knapp 5 Prozent zurückgegangen, was für die ersten beiden Monate des Jahres ein Minus von 10 Prozent ergibt. Auch der Straßenbau zeigt nur eine leichte Erholung mit einem kumulierten Minus von 8 Prozent aufgrund des Einbruchs im Januar. Insgesamt verzeichnet das Bauhauptgewerbe für die ersten zwei Monate ein reales Plus von 2,7 Prozent.

Herausforderungen durch steigende Baukosten

Steigende Energiekosten und höhere Rohstoffpreise belasten die Bauwirtschaft. Die aus der DIHK-Blitzumfrage hervorgehenden Ergebnisse zeigen, dass 86 Prozent der befragten Bauunternehmen von gestiegenen Energiekosten berichten, 75 Prozent klagen über höhere Rohstoff- und Materialkosten. Diese Entwicklung wirkt sich stärker auf die Bauwirtschaft aus als auf andere Wirtschaftssektoren. Zudem haben 57 Prozent der Unternehmen ihre Preise bereits angepasst. Die Kostensteigerungen spiegeln sich auch in den Preisbewegungen wider: Innerhalb eines Monats verzeichneten Bauunternehmer Preissteigerungen von 25,3 Prozent bzw. 36,4 Prozent.

Preissteigerungen und unsichere Kalkulationen

Die gestiegenen Preise für Diesel und Bitumen führen zu einer angespannten Lage, die viele Unternehmen zwingt, Risikoaufschläge in ihre Angebote einzuplanen. Müller hebt hervor, dass eine seriöse Kalkulation von Bauleistungen unter den aktuellen Bedingungen kaum möglich ist. Die volatilen Preisentwicklungen, verstärkt durch die geopolitische Lage, erhöhen die Unsicherheit. 56 Prozent der Bauunternehmen planen laut Creditreform-Umfrage weitere Preiserhöhungen. Lediglich drei Prozent erwarten eine Preisreduzierung.

Appell an die Politik

Müller fordert von der Politik Maßnahmen zur Entlastung der Bauunternehmen. Eine Einführung rückwirkender Preisgleitungen könnte dazu beitragen, die finanzielle Belastung gerechter zu verteilen. Insbesondere die öffentlichen Auftraggeber sollten diese Forderungen berücksichtigen, um notwendige Investitionen in Wohnungsbau und Infrastruktur nicht zu gefährden. Die veränderten Bedingungen beeinträchtigen auch den Umsatz des Bauhauptgewerbes, der im Februar um real 13,2 Prozent gesunken ist. Von Januar bis Februar ergibt sich damit ein Minus von real 10,6 Prozent. Eine Rolle spielt dabei auch die Witterung: 56 Prozent der befragten Unternehmen klagten über wetterbedingte Einschränkungen ihrer Bautätigkeit, ein Anstieg im Vergleich zu 44 Prozent im Vorjahreszeitraum.

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