Zum Ende des ersten Quartals 2026 meldet das bayerische Bauhauptgewerbe einen Anstieg der Auftragsbestände um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik hervor, die einen nominalen Gesamtauftragsbestand von 18,34 Milliarden Euro ausweisen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die starken Zuwächse im Bereich des Tiefbaus zurückzuführen, während die Auftragsbestände im Wohnungs- und Hochbau stagnieren.
Wohnungsbau bleibt konstant, zeigt aber Anzeichen der Erholung
Der Auftragsbestand im Wohnungsbau erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr nominal um 2,8 Prozent und übersteigt die Marke von drei Milliarden Euro. Preisbereinigt entspricht dies jedoch lediglich einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent, was auf eine Phase rückläufiger oder stagnierender Entwicklungen seit 2021 hinweist. Verglichen mit dem Basisjahr 2021 erreichen die preisbereinigten Bestände der Hochbausparten aktuell etwa 75 Prozent des damaligen Durchschnittsniveaus.
Starke Zuwächse im Tiefbau seit 2021
Im Gegensatz dazu verzeichnet der Tiefbau seit dem Jahr 2021 eine deutliche Wachstumsdynamik. Der preisbereinigte Auftragsbestand liegt im ersten Quartal 2026 um 40,6 Prozent über dem Niveau von 2021. Diese Zuwächse tragen maßgeblich zur positiven Gesamttendenz im bayerischen Bauhauptgewerbe bei.
Regionale Unterschiede in der Entwicklung der Auftragsbestände
Eine regionale Analyse zeigt, dass die Auftragsbestände in sechs der sieben bayerischen Regierungsbezirke gestiegen sind. Oberbayern, die Oberpfalz, Oberfranken und Unterfranken verzeichnen dabei nominale Zuwächse zwischen 0,4 und 2,4 Prozent. Besonders starke Steigerungen gibt es in Schwaben mit einem Plus von 15,7 Prozent und in Mittelfranken mit 26,1 Prozent. Einzig Niederbayern meldet einen Rückgang der Bestände um knapp ein Prozent.
Auftragsbestand pro Betrieb leicht gestiegen
Die Untersuchung umfasst 1.756 Betriebe, wobei der durchschnittliche Auftragsbestand je Betrieb im Vergleich zum Vorjahr von 10,1 Millionen Euro auf 10,4 Millionen Euro angestiegen ist. Dies entspricht einem nominalen Anstieg von etwa drei Prozent. Die Datenerhebung basiert auf der vierteljährlichen Erhebung des Auftragsbestands, die sich auf bauhauptgewerbliche Betriebe mit 20 oder mehr tätigen Personen konzentriert.



