Bauindustrie: „Auftragseingang im Februar wieder leicht im Minus“

29.04.2025

Das Statistische Bundesamt berichtet für das Bauhauptgewerbe in Deutschland im Februar 2025 von einem realen Rückgang der Auftragseingänge. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt der Rückgang 0,5 Prozent. Gegenüber dem Januar 2025 verzeichnet die Branche einen deutlichen Rückgang von 7,5 Prozent. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, kommentiert: „Der deutliche Anstieg des Auftragseingangs im Januar war also nur ein Strohfeuer.“

Wohnungsbau als Lichtblick

Im Gegensatz zu anderen Bereichen ist der Wohnungsbau im Februar nicht vom allgemeinen Rückgang betroffen. Es wird ein reales Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gemeldet. Trotz der positiven Entwicklung fällt das Plus nach jahrelangen negativen Meldungen gering aus. Für die ersten beiden Monate des Jahres 2025 wird sogar ein reales Plus von 20 Prozent im Wohnungsbau angegeben. Das gesamte Bauhauptgewerbe verzeichnet im gleichen Zeitraum ein Plus von 4,6 Prozent.

Schwierige Situation im Wirtschaftsbau und Öffentlichen Bau

Der Wirtschaftsbau und der Öffentliche Bau verzeichnen im Februar 2025 Rückgänge. Insbesondere der Wirtschaftstiefbau, der überwiegend die Bahnprojekte umfasst, weist ein deutliches Minus auf. Müller hebt hervor, dass die Rückgänge unter anderem auf die vorläufige Haushaltsführung zurückzuführen sind. Seit dem Ende der Ampel-Koalition Ende 2024 dürfen keine neuen Projekte vergeben werden. „Wenn der neue Bundeshaushalt 2025 erst im Herbst 2025 beschlossen werden soll, wäre der Bund als Investor fast ein ganzes Jahr ausgefallen“, erklärt Müller.

Herausforderungen durch politische Unsicherheiten

Müller betont die Notwendigkeit neuer Gelder für die Deutsche Bahn und die Autobahn GmbH, um Bauprojekte voranzutreiben. Der Schwebezustand aufgrund ausbleibender Budgets stellt eine Herausforderung für die Unternehmen dar, die auf konkrete Aufträge angewiesen sind. Trotz der Schaffung eines Sondervermögens für Infrastruktur vergehen Monate, bis dieses umgesetzt ist. Unternehmen können einen solchen Zustand nur begrenzt tragen.

Positive Umsatzentwicklung

Entgegen den rückläufigen Auftragseingängen wird für den Umsatz im Februar 2025 ein Plus gemeldet. Die Bauunternehmen verzeichnen einen Anstieg von real 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im bisherigen Jahresverlauf ergibt sich somit ein Plus von 5,7 Prozent. Allerdings spiegelt sich innerhalb der Bausparten eine unterschiedliche Entwicklung wider: Während der Wohnungsbau ein Umsatzminus verzeichnet, profitieren die Unternehmen im Wirtschaftsbau von Investitionen der Deutschen Bahn und melden ein Umsatzplus.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Vom 16. bis 18. April 2026 richtet die BAUER Maschinen GmbH ihre traditionelle Hausausstellung aus. Erwartet werden etwa 1.200 Fachbesucher aus verschiedenen Ländern. Das Motto der Veranstaltung lautet „Born in Drilling, Growing for the Future“. Veranstaltungsort ist...

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

Der österreichische Baukonzern STRABAG SE setzt auf Wachstum im Vereinigten Königreich und hat sich mit der Übernahme der Van Elle Holdings plc auf eine Stärkung seiner Marktposition im Bereich Spezialtiefbau verständigt. Bereits jetzt ist STRABAG in bedeutenden...

Liebherr-Geräte erhöhen Wurtenspeicherstausee in Kärnten

Liebherr-Geräte erhöhen Wurtenspeicherstausee in Kärnten

Der Wurtenspeicherstausee ist ein zentrales Element der Kraftwerksgruppe Fragant in Kärnten, Österreich. Zur Kapazitätserweiterung des Stausees wird der Damm um 7 Meter erhöht. Der Bau erfolgt unter Verwendung des Bohrgeräts LB 45 und des Seilbaggers HS 8070 HD von...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...