Im Dezember 2025 verzeichnete die Bauindustrie in Deutschland einen anhaltenden Anstieg der Baugenehmigungen. Mit insgesamt 22.900 neu genehmigten Wohnungen (inklusive Neu- und Umbauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden) wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Zuwachs von 3,1 Prozent erreicht. Dies markiert den siebten monatlichen Anstieg in Folge. Für das gesamte Jahr 2025 wurden 238.500 Genehmigungen registriert, wodurch der Tiefpunkt von 2024 mit 215.300 Genehmigungen um 23.200 Genehmigungen beziehungsweise 10,8 Prozent übertroffen wurde. Besonders die Genehmigungen von neuen Mehrfamilienhäusern, die 128.100 betrugen, zeigten eine Steigerung von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Kommentare zum aktuellen Stand der Baugenehmigungen
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, kommentierte die aktuellen Zahlen: „Mit diesem Ergebnis können wir das erste Mal seit drei Jahren eine positive Entwicklung vermelden. Doch nicht alles, was genehmigt wird, wird auch gebaut. Der politische Erfolg der Bundesregierung muss sich an den Zahlen der Baufertigstellungen messen lassen. Denn nur dann münden die positiven Meldungen auch in Aufträge für die Wohnungsbauunternehmen und in bezahlbarem Wohnraum.“
Ausblick und Herausforderungen im Wohnungsbau
Für 2026 prognostiziert Müller eine Stabilisierung bzw. einen leichten Zuwachs der Baugenehmigungen, ohne jedoch große Wachstumsraten zu erwarten. Die anhaltend hohen Hypothekenzinsen von 3,7 Prozent am Jahresende erschweren zudem die Entwicklung des Neugeschäftsvolumens für Wohnungsbaukredite, das im zweiten Halbjahr 2025 stagniert hat. Nach Daten des Ifo Instituts meldete im Januar 2026 die Hälfte der Bauunternehmen einen Auftragsmangel im Wohnungsbau, was vor allem auf hohe Baukosten zurückzuführen ist.
Notwendige Maßnahmen für die Bauwirtschaft
Zur Senkung der Baukosten ist laut Müller ein Abbau überzogener technischer und bürokratischer Anforderungen unerlässlich. Die Diskussion um den Gebäudetyp E könnte hierbei eine wichtige Rolle spielen, aber „noch ein großes Stück Arbeit liegt vor den Ministerien“, so Müller. Die Bundesregierung hatte ein investitionsfreundliches Steuerkonzept im Koalitionsvertrag angekündigt, dessen Umsetzung nun dringend erwartet wird. Zudem betont Müller die Bedeutung eines stabilen mietrechtlichen Umfelds, um das Wachstum im Wohnungsbau nicht zu gefährden.
Fazit
Die positive Entwicklung der Baugenehmigungen im Jahr 2025 stellt nach einem Tiefpunkt einen bedeutenden Fortschritt dar. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, die genehmigten Projekte in reale Bauvorhaben umzusetzen. Es bleibt abzuwarten, ob die angestrebten politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen die nötigen Impulse zur Belebung des Wohnungsbaus setzen können.


