Bauindustrie NRW zur Baukonjunktur 2024 in Nordrhein-​Westfalen

06.03.2025

Das Jahr 2024 stellte die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor erhebliche Herausforderungen. Die amtlichen Konjunkturdaten zeigen einen nominalen Rückgang des Auftragseingangs im Bauhauptgewerbe um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz eines leichten nominalen Umsatzplus von 0,2 Prozent ergibt sich preisbereinigt ein deutlicher Rückgang: Der reale Auftragseingang fiel um 6,7 Prozent, während der reale Umsatz um 1,5 Prozent zurückging.

Herausforderungen im Straßen- und Wohnungsbau

Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbands NRW, erläutert: „Die Bauwirtschaft in NRW steht unter Druck. Besonders der Straßenbau und der Wohnungsbau kämpfen mit deutlichen Einbußen.“ Der reale Auftragseingang im Straßenbau sank um 12,9 Prozent, der stärkste Rückgang aller Bundesländer. Im Wohnungsbau gab es einen realen Rückgang um 5,1 Prozent, während der allgemeine Hochbau um 9,4 Prozent hinter den Erwartungen zurückblieb.

Dringende politische Unterstützung gefordert

Wiemann betrachtet die Lage beim Straßenbau in NRW als alarmierend: „Dass NRW beim Straßenbau im Vergleich mit allen anderen Bundesländern mittlerweile die rote Laterne trägt, ist in Anbetracht der großen Herausforderungen bei unserer Verkehrsinfrastruktur unerträglich.“ Eine Erhöhung der Investitionen von Land und Bund wird als notwendig erachtet. Auch im Wohnungsmarkt bliebe die Situation angespannt, da 2024 deutlich weniger Wohnungen gebaut worden seien als benötigt.

Forderungen an die Politik

Wiemann fordert von der Politik auf Bundes- und Landesebene konkrete Maßnahmen zur Förderung von Investitionen und zur Schaffung von Planungssicherheit: „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine mutige Bauoffensive – für mehr Wohnungen, eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur und das Gelingen der Energiewende!“.

Rückgang bei Beschäftigung und Ausbildung

Trotz der schwierigen Lage bemühen sich Bauunternehmen in NRW, ihre Mitarbeiter zu halten, dennoch sank die Beschäftigtenzahl 2024 um 1,5 Prozent auf 136.835. Wiemann kommentiert: „Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren auf hohe Investitionszusagen vertraut und Personal aufgebaut – doch dieser Trend ist nun gestoppt“. Besonders besorgniserregend sei der Rückgang bei den Ausbildungszahlen um 6,6 Prozent. „Wenn die Baukonjunktur wieder anzieht, wird uns dringend benötigtes Fachpersonal fehlen“, warnt Wiemann.

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