Bauwirtschaft BW zur Baukonjunktur 2024: Bittere Bilanz

05.03.2025

Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg verzeichnete im Jahr 2024 einen erneuten Rückgang des realen Umsatzes. Nach aktuellen Berechnungen des statistischen Bundesamtes fiel der baugewerbliche Umsatz bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark betroffen war hierbei der Wohnungsbau, der real um 13,0 Prozent zurückging. Auch der Wirtschaftshochbau erlitt deutliche Einbußen. Dagegen zeigt sich die Situation im Wirtschaftstiefbau und im öffentlichen Bau etwas positiver.

Aktuelle Herausforderungen im Wohnungs- und Wirtschaftsbau

Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, äußert sich besorgt über die anhaltend schwierige Lage im Wohnungsbau. „Vor allem der Wohnungsbau befindet sich nach wie vor in einer schweren Krise. Gleichzeitig leidet der Wirtschaftshochbau unter der gesamtwirtschaftlichen Rezession“, so Möller. Die positiven Zahlen im Wirtschaftstiefbau seien auf Investitionen in das Schienennetz, Stromleitungen und den Breitbandausbau zurückzuführen, könnten jedoch die Krise in den anderen Bereichen nicht kompensieren.

Prognosen und Aufträge für die Bauwirtschaft 2024

Die Bauwirtschaft sieht auch für 2024 keine konjunkturelle Besserung. Die Auftragseingänge sind über alle Sparten hinweg real um 8,3 Prozent zurückgegangen. Im Wohnungsbau gab es zwar eine leichte Stabilisierung mit einem Anstieg der Auftragseingänge um 2,8 Prozent, doch bleibt die Nachfrage auf niedrigem Niveau. Besonders alarmierend ist der Einbruch der Order-Eingänge im Wirtschaftsbau um mehr als 20 Prozent. Lediglich der öffentliche Bau hält eine vergleichsweise stabile Nachfrage aufrecht.

Erwartungen an die Bundesregierung

In Anbetracht der unbefriedigenden Entwicklung der Baukonjunktur fordert Möller schnelles Handeln seitens der neuen Bundesregierung. Es werden wirksame Wachstumsimpulse für die Bauwirtschaft und die Gesamtwirtschaft erwartet, um die Situation zu stabilisieren. Möller erklärt: „Um die Wohnungsnot zu bekämpfen, sind eine Senkung der Grunderwerbsteuer, Verbesserungen bei den KfW-Förderprogrammen und mehr soziale Wohnraumförderung notwendig.“ Ebenso müssten die Investitionsmittel für die Sanierung und den Ausbau der Infrastruktur bedarfsgerecht erhöht werden.

Forderungen zur bürokratischen Entlastung und Beschleunigung

Die Bauwirtschaft verlangt zudem Nachbesserungen im Bereich der bürokratischen Anforderungen. Es gilt, bürokratische Hemmnisse abzubauen und überzogene Anforderungen sowie Auflagen zu reduzieren. Plausible Schritte zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sind unerlässlich. Möller betont die Notwendigkeit eines entschlossenen und zukunftsorientierten politischen Ansatzes, um die derzeitige Wachstumsschwäche zu überwinden und eine neue wirtschaftliche Dynamik zu erzeugen.

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