Bodengruppe GI

04.12.2022

Unter der Bodengruppe GI nach DIN 18196, „Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke“, sind intermittierend gestufte Kies-Sand-Gemische zu verstehen. Sie gehört zur Hauptgruppe grobkörnigen Böden.

Intermittierend heißt hier, dass bestimmte Korngrößenbereiche zwischen Kleinst- und Größtkorn fehlen.

Erkennungsmerkmale

Die intermittierende Abstufung kann bei Betrachtung der Kornverteilungslinie aus dem Siebversuch erkannt werden. Durch das Fehlen von einem oder mehreren Korngrößenbereichen erscheint der Kurvenverlauf abgetreppt.

Auch durch die Ermittlung von Krümmungszahl c(u) oder Ungleichförmigkeitszahl c(c) kann die Bodengruppe bestimmt werden. So weist sie eine Ungleichförmigkeitszahl von größer oder gleich sechs auf und Krümmungszahlen von kleiner eins oder größer drei.

Beispiele

Ein typischer Vertreter sind vulkanische Schlacken.

Bautechnische Eigenschaften der Bodengruppe GI

Die DIN 18196 weist der Bodengruppe GI bautechnische Eigenschaften zu, wobei jedoch klar sein muss, dass es sich hier um „grobe Leitlinien“ handelt und nicht etwa um normative Festlegungen. Die Böden sind entsprechend immer im Einzelfall im Hinblick auf die jeweilige Fragestellung hin zu untersuchen und zu bewerten.

Folgende bautechnische Eigenschaften werden zugewiesen:

  • sehr große Scherfestigkeit
  • gute Verdichtungsfähigkeit
  • vernachlässigbar kleine Zusammendrückbarkeit
  • große Durchlässigkeit
  • mittlere Erosionsempfindlichkeit
  • vernachlässigbar kleine Frostempfindlichkeit

Bautechnische Eignung der Bodengruppe GI

Entsprechend den oben genannten Eigenschaften lässt sich die Eignung von Böden der Bodengruppe GI für diverse Bauaufgaben abschätzen.

Auch hier gilt, dass es sich nur um ungefähre Anhaltspunkte handelt, die keinen normativen Charakter haben. Die Beurteilung für den konkreten Einzelfall ist vom geotechnischen Sachverständigen vorzunehmen.

Als Baugrund eignet sich die Bodengruppe GI sehr gut geeignet. Flachgründungen, wie Einzelfundamente und Streifenfundamente, sind hier im Regelfall gut geeignet.

Die Eignung als Baustoff kann für verschiedene Aufgaben wie folgt eingeschätzt werden:

  • gut geeignet für Erd- und Baustraßen
  • sehr gut geeignet für Straßen- und Bahndämme
  • ungeeignet für Dichtungen
  • sehr gut geeignet für Stützkörper
  • geeignet für Dränagen

Auch interessant:

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Vom 16. bis 18. April 2026 richtet die BAUER Maschinen GmbH ihre traditionelle Hausausstellung aus. Erwartet werden etwa 1.200 Fachbesucher aus verschiedenen Ländern. Das Motto der Veranstaltung lautet „Born in Drilling, Growing for the Future“. Veranstaltungsort ist...

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

Der österreichische Baukonzern STRABAG SE setzt auf Wachstum im Vereinigten Königreich und hat sich mit der Übernahme der Van Elle Holdings plc auf eine Stärkung seiner Marktposition im Bereich Spezialtiefbau verständigt. Bereits jetzt ist STRABAG in bedeutenden...

Liebherr-Geräte erhöhen Wurtenspeicherstausee in Kärnten

Liebherr-Geräte erhöhen Wurtenspeicherstausee in Kärnten

Der Wurtenspeicherstausee ist ein zentrales Element der Kraftwerksgruppe Fragant in Kärnten, Österreich. Zur Kapazitätserweiterung des Stausees wird der Damm um 7 Meter erhöht. Der Bau erfolgt unter Verwendung des Bohrgeräts LB 45 und des Seilbaggers HS 8070 HD von...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...