Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) hat die Ankündigung der geplanten künftigen Koalition aus CDU/CSU und SPD, den Fachkräftemangel aktiv zu bekämpfen, positiv aufgenommen. Der Koalitionsvertrag, der kürzlich vorgestellt wurde, enthält Maßnahmen, die die Integration ausländischer Fachkräfte erleichtern sollen.
Notwendigkeit ausländischer Fachkräfte in der Bauwirtschaft
Der BVMB-Hauptgeschäftsführer, Michael Gilka, betonte die Bedeutung ausländischer Fachkräfte für die Baubranche: „Die Bauwirtschaft ist existenziell darauf angewiesen, dass ausländische Fachkräfte schneller in dem jeweiligen Betrieb integriert werden können als bislang.“ Gilka fordert die Abschaffung der „deutlich zu hohen bürokratischen Hürden“, die aktuell den Prozess verzögern.
Flexibilisierung der Arbeitszeiten
Ebenso betont der Koalitionsvertrag die Notwendigkeit, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren. „Die Bauwirtschaft ist darauf essenziell angewiesen“, erklärte Gilka. Die derzeitigen „deutlich zu starren Einschränkungen“ bei der Tages- und Wochenarbeitszeit sollen im Einklang mit der europäischen Arbeitszeitrichtlinie verändert werden. Die BVMB sieht die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit als lang ersehnte Verbesserung an. Ferner plant die Koalition, Überstundenzuschläge steuerfrei zu stellen.
Work-and-Stay-Agentur für Fachkräftezuwanderung
Im Rahmen der Fachkräftezuwanderung plant die zukünftige Koalition die Einrichtung einer „Work-and-Stay-Agentur“. Diese soll als zentrale elektronische Plattform fungieren, die ausländischen Fachkräften als einheitliche Ansprechpartnerin dient. Ziel ist es, die Prozesse der Erwerbsmigration sowie die Anerkennung von Berufs- und Studienabschlüssen zu beschleunigen. Gilka betont: „Wir sind inzwischen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.“
Bürokratieabbau und neue Herausforderungen
Der BVMB begrüßt das angekündigte Sofortprogramm zum Bürokratieabbau, das bis Ende 2025 für kleine und mittlere Unternehmen umgesetzt werden soll. Dieses Programm sieht erhebliche Reduzierungen bei Auflagen für Betriebsbeauftragte, Schulungen, Weiterbildungen und Dokumentationen vor. Michael Gilka erklärte: „Gerade diese vielen völlig überflüssigen Dokumentationspflichten belasten unsere Mitgliedsbetriebe aktuell noch in einem völlig überzogenen Maß.“
Bedenken gegen zusätzliche Bürokratie
Trotz der geplanten Maßnahmen äußert die BVMB vorsichtigen Optimismus. Michael Gilka warnt vor potenziellen neuen bürokratischen Hürden: „Der Bürokratieabbau in vielen Bereichen darf nicht durch die neuen bürokratischen Hürden für öffentliche Auftraggeber und Unternehmen durch das geplante Bundestariftreuegesetz konterkariert werden.“
