BVMB fordert neue Struktur im Fernstraßenbau

11.04.2025

Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) hat im Rahmen des Arbeitskreises Straße/Brücke einen Maßnahmenkatalog vorgestellt, der die dringend benötigten Verbesserungen im Bundesfernstraßenbau thematisiert. Auf diesem Treffen diskutierten über 80 Vertreterinnen und Vertreter mittelständischer Straßen- und Ingenieurbauunternehmen sowie Vertreter der Autobahn GmbH des Bundes aktuelle Probleme und Ziele im Bereich Fernstraßenbau.

Herausforderungen im Planungs- und Genehmigungsverfahren

Ein zentraler Punkt des vorgestellten Maßnahmenkatalogs betrifft die Optimierung der Planungs- und Genehmigungsverfahren. Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der BVMB, betonte die Notwendigkeit einer gezielten Sicherung oder dem eigenständigen Aufbau von Planungskapazitäten durch die Autobahn und andere Baulastträger. Zudem forderte BVMB-Geschäftsführer Daniel Jonas die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren. Ein einheitliches Verfahren für alle Projekte wurde als wünschenswert beschrieben, um bürokratische Hürden zu reduzieren und administrative Prozesse zu beschleunigen.

Im Bereich der Ausschreibungen wurde im Arbeitskreis eine deutliche Verbesserung ihrer Qualität gefordert. Nach Ansicht des Verbandes sollten Risiken nicht einseitig auf die Unternehmen verlagert werden. Dies sei notwendig, um die Effizienz und Kostenplanung bei Infrastrukturprojekten sicherzustellen.

Verbandsklagerecht als Hindernis

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Diskussion betraf das Verbandsklagerecht. Dieses wird von der BVMB als wesentlicher Hemmschuh für die Realisierung von Straßenbauprojekten gesehen. Faupel äußerte deutlich, dass es das Klagerecht für betroffene Anwohner zwar in Ordnung sei, jedoch sah er die oftmals langwierigen Prozesse durch Umweltverbände oder Initiativen als überflüssige Belastung. Diese könnten dringend benötigte Projekte über Jahre hinweg verzögern.

Die Einführung einer Stichtagsregelung wurde ebenfalls gefordert, um die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu straffen. Jonas wies darauf hin, dass oft Verfahren zurückversetzt werden müssen, da neue Normen oder Prüfungsvorschriften während des Genehmigungsverfahrens in Kraft treten. Eine feste Datumsgrenze soll verhindern, dass neue Regelungen nachträglich eingearbeitet werden müssen.

Fazit der BVMB-Forderungen

Die BVMB fordert die Politik zum Handeln auf, um die Realisierung von Straßenbauprojekten zu beschleunigen. „Geld allein baut noch keine Autobahn oder Brücke“, brachte Faupel die Notwendigkeit struktureller Veränderungen auf den Punkt. Der vorgeschlagene Maßnahmenkatalog der BVMB soll dazu beitragen, Effizienz und Tempo im Bundesfernstraßenbau zu erhöhen und die dringend benötigte Verbesserung der Infrastruktur in Deutschland voranzutreiben.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

In der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe seit 2015, wird derzeit die historische Kaimauer am Kehrwieder saniert. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die über 100 Jahre alten Bauwerke deutliche Abnutzungserscheinungen und Schäden aufweisen. Ziel ist...

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Vom 16. bis 18. April 2026 richtet die BAUER Maschinen GmbH ihre traditionelle Hausausstellung aus. Erwartet werden etwa 1.200 Fachbesucher aus verschiedenen Ländern. Das Motto der Veranstaltung lautet „Born in Drilling, Growing for the Future“. Veranstaltungsort ist...

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

STRABAG plant strategische Expansion im Vereinigten Königreich

Der österreichische Baukonzern STRABAG SE setzt auf Wachstum im Vereinigten Königreich und hat sich mit der Übernahme der Van Elle Holdings plc auf eine Stärkung seiner Marktposition im Bereich Spezialtiefbau verständigt. Bereits jetzt ist STRABAG in bedeutenden...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...