Vor zehn Jahren führte Liebherr die XPower-Radlader in den Markt ein und revolutionierte damit die Baumaschinenbranche. Ein charakteristisches Merkmal dieser Maschinen ist der leistungsverzweigte Fahrantrieb, der stufenlose Kraftübertragung mit höchster Effizienz kombiniert. Bis heute sind mehr als 10.000 Einheiten ausgeliefert worden, was die Technologie als bewährt und in der Praxis etabliert unterstreicht. Dr. Ing. Herbert Pfab, technischer Geschäftsführer der Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH, zieht zum Jubiläum eine Zwischenbilanz.
Das technische Konzept von XPower
Seit ihrer Einführung im Jahr 2016 steht die XPower-Serie für ein ausgeklügeltes Maschinenkonzept. Der leistungsverzweigte Fahrantrieb nutzt bewährte Komponenten, um Effizienz und Leistung optimal zu verbinden. Dr. Pfab erklärt, dass der Antrieb die Leistung in zwei Äste verzweigt: der mechanische Zweig bietet einen hohen Wirkungsgrad, während der hydraulische Zugriff eine stufenlose Regelung ermöglicht. Diese beiden Teilleistungen werden im Getriebeausgang zusammengeführt, um die Motorleistung an die Räder zu übertragen. Dies führt zu höherer Leistungsfähigkeit und geringerem Kraftstoffverbrauch.
Vom Konzept zur Markteinführung
Die Entwicklung des neuen Antriebssystems basierte ursprünglich auf dem 2+2 Antrieb, der jedoch bei längeren Fahrtstrecken und Straßenfahrten in seiner Effizienz eingeschränkt war. Diese Herausforderungen führten zur Entwicklung des XPower-Fahrantriebs, der hydrostatische und mechanische Antriebe in einem System vereint. Jahrtausende Tests in unterschiedlichen Branchen mündeten 2016 in die Serienproduktion der Radlader. Die Rückmeldungen der Kunden belegen eine hohe Zufriedenheit in Bezug auf Qualität, Treibstoffverbrauch und Zuverlässigkeit, wie Dr. Pfab betont.
Komfort und Effizienz im Fokus
Ein weiteres Highlight der XPower-Radlader ist die Kabine, die ergonomisch gestaltet wurde und einen hohen Bedienungskomfort bietet. Die intelligente Maschinensoftware stimmt den Dieselmotor und die Arbeitshydraulik optimal aufeinander ab, was zu maximaler Leistungsfähigkeit bei minimalem Verbrauch führt. Diese Merkmale machen die XPower-Radlader vielseitig einsetzbar und bei Kunden beliebt, unabhängig vom Einsatzgebiet.
Teamarbeit als Erfolgsfaktor
Die Entwicklung des XPower-Fahrantriebs war ein komplexer Prozess, der durch enge Zusammenarbeit mit dem Partner ZF und innerhalb des Liebherr-Werks Bischofshofen geprägt war. Dr. Pfab hebt die Bedeutung der Teamarbeit hervor: „Wir haben alle an einem Strang gezogen“, was schließlich zu einem leistungsstarken Antrieb führte, der optimal auf die Anforderungen im Radlader-Bereich abgestimmt ist. Die gegenseitige Motivation und das gewachsene Vertrauen im Team waren entscheidend für den Erfolg.
Blick in die Zukunft: Nachhaltigkeit und Autonomie
Liebherr verfolgt weiterhin die Weiterentwicklung der XPower-Technologie als Basis für neue technologische Fortschritte. Ein Beispiel ist der L 566 H, ein Großradlader-Prototyp mit Wasserstoffmotor. Den Weg in die Zukunft schlägt Liebherr auch mit Digitalisierung und Automatisierung ein. Dr. Pfab erklärt, dass Liebherr das XPower-Konzept künftig auch autonom betreiben kann. Diese Entwicklungen unterstreichen Liebherrs Engagement für Nachhaltigkeit und technologischen Fortschritt, ohne die bewährten Vorteile des XPower-Konzepts zu vernachlässigen.




