Emschergenossenschaft: Baugrunderkundungen als Vorbereitung zur Renaturierung der Emscher

08.03.2025

Die Emschergenossenschaft führt derzeit Baugrunderkundungen entlang eines vier Kilometer langen Abschnitts der Emscher in Castrop-Rauxel durch. Diese Maßnahmen sind Teil der Vorbereitungen für die bevorstehende Renaturierung des Flusses. Die Untersuchung erstreckt sich vom Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen in Ickern bis zum Wasserkreuz in Henrichenburg.

Die Emscher, zentraler Fluss des Ruhrgebiets, wurde über 150 Jahre als offener Abwasserlauf genutzt. Dies geschah aufgrund der durch den Kohleabbau bedingten Bergsenkungen, die den Bau von unterirdischen Kanälen verhinderten. Erst mit dem Ende der Bergsenkungen in den späten 1980er-Jahren konnte der Bau solcher Kanäle realisiert werden.

1991 wurde beschlossen, die Emscher von ihrer Schmutzfracht zu befreien. Im Februar 1992 begann das als Generationenprojekt konzipierte Vorhaben des Emscher-Umbaus, das bis Ende 2021 abgeschlossen wurde. Insgesamt wurden vier Großkläranlagen errichtet und mehr als 430 Kilometer unterirdische Abwasserkanäle verlegt. Die Emschergenossenschaft investierte rund 5,5 Milliarden Euro in dieses Projekt.

Probenahme zur Analyse der Sedimentablagerungen

Zur Ermittlung des Sedimentationsumfangs werden Flussproben in einem Intervall von etwa 50 Metern entnommen. Diese Probenahmen konzentrieren sich auf die Sohle der Emscher, um einen Überblick über die Sedimentablagerungen der letzten Jahrzehnte zu gewinnen. Die Arbeiten sollen bis zum Ende der Woche abgeschlossen sein.

In vielen Abschnitten, besonders im Dortmunder Raum, ist die Renaturierung der Emscher bereits abgeschlossen. Hier erinnert nichts mehr an das ehemalige Dasein des Flusses als Schmutzwasserlauf. In Castrop-Rauxel steht die naturnahe Umgestaltung jedoch noch bevor. Die aktuellen Bauarbeiten zur Standorterkundung sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Renaturierung.

Gegründet am 14. Dezember 1899, ist die Emschergenossenschaft heute der größte deutsche Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Ihre Aufgaben umfassen die Abwasserentsorgung, den Hochwasserschutz und die Klimafolgenanpassung. Der Emscher-Umbau ist ihr bekanntestes Projekt. Im Zuge dieser Arbeiten entstanden rund 340 Kilometer renaturierte Gewässer und etwa 130 Kilometer begleitende Rad- und Fußwege.

Link zur Quelle

Auch interessant:

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

Die GeoTHERM expo & congress 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie in Europa. Mit einer Besucherzahl von 8.688 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern konnte ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden....

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Die Hamburger Elbchaussee, eine der bekanntesten Straßen der Hansestadt, steht derzeit im Mittelpunkt eines ambitionierten Infrastrukturprojekts. Ziel ist die umfassende Modernisierung eines rund 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Betty-Levi-Passage und dem...

Yanmar CE stärkt Standort Saint-Dizier als zentrale Produktionsbasis

Yanmar CE stärkt Standort Saint-Dizier als zentrale Produktionsbasis

Yanmar Construction Equipment Europe, Middle East, and Africa (Yanmar CE EMEA) hat umfassende Pläne verkündet, um seine Industriepräsenz in Europa zu restrukturieren. Im Mittelpunkt dieser Strategie steht die Erweiterung des Standorts Saint-Dizier in Frankreich. Diese...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...