Bund und Land haben ihre finanziellen Anstrengungen zur Verbesserung und Erhaltung der Straßeninfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern erheblich verstärkt. Wie Wirtschafts- und Infrastrukturminister Wolfgang Blank mitteilte, fließen dieses Jahr insgesamt 263 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung von Bundes- und Landesstraßen. Diese Summe übertrifft die Vorjahresinvestitionen um rund 103 Millionen Euro und soll gezielt für den Erhalt bestehender Straßen, den Bau von Ortsumgehungen sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden.
Verteilung der Mittel zwischen Bundes- und Landesstraßen
Von den 263 Millionen Euro sind etwa 182 Millionen Euro für Bundesstraßen und 81 Millionen Euro für Landesstraßen vorgesehen. Besondere Beachtung finden hier die Ortsumgehungen in Wolgast, Mirow und Dargun, die als große Neubauvorhaben eingeplant sind. Zudem soll der Bau neuer Radwege entlang von Bundes- und Landesstraßen deutlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Minister Blank betonte die Bedeutung gut ausgebauter Straßen als entscheidende Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung und Mobilität in der Region.
Das Straßenbauamt Schwerin erhält rund 163 Millionen Euro, um Großprojekte im Land zu realisieren. Dabei kommen 133,5 Millionen Euro vom Bund und 29,4 Millionen Euro vom Land. Ein bedeutendes Projekt ist der Ausbau der Landesstraße 07 im Bereich der Ortsdurchfahrt Warlow, wo eine verbesserte Regenentwässerung notwendig ist. Die Arbeiten, die bis Ende 2027 andauern, sind mit einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro veranschlagt.
Initiativen der Straßenbauämter Neustrelitz und Stralsund
Das Neustrelitzer Straßenbauamt ist für rund vier Dutzend Bauvorhaben in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte verantwortlich. Dafür stehen 56 Millionen Euro bereit, wovon 35,4 Millionen vom Bund und 20,3 Millionen vom Land stammen. Ein zentrales Projekt ist der Ersatzneubau der Oberbachbrücke an der B104 in Neubrandenburg, der mit einer teilweisen Verkehrsführung realisiert wird und etwa 3,8 Millionen Euro Bundesmittel erfordert.
Das Straßenbauamt Stralsund erhält 2026 rund 40 Millionen Euro für Projekte in touristisch geprägten Regionen wie Rügen und Fischland-Darß-Zingst. Eine wichtige Maßnahme ist die Fahrbahnerneuerung der B196 auf Rügen. Das größte anstehende Vorhaben ist jedoch der Neubau einer Bahnbrücke in Langhagen mit einem Volumen von rund 8 Millionen Euro.
Großprojekt Ortsumgehung Wolgast
Das aktuell bedeutendste Projekt des Landes ist die 6,8 Kilometer lange Ortsumgehung in Wolgast. Mit einem Budget von etwa 500 Millionen Euro soll die Umgehungsstraße den Ferienverkehr auf Usedom entlasten. Der Neubau der 1,4 Kilometer langen Peenebrücke bildet das Herzstück dieses Projekts, welches im zweiten Quartal beginnen soll.
Vorsorgliche Planung für Frostschäden
Für die Reparatur von Frostschäden sind pauschale Ausgaben im niedrigen Millionenbereich eingeplant. René Firgt, Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, erklärte, dass derzeit erste Besichtigungen stattfinden, um mögliche Schäden zu erfassen.


