Am 6. April 2026 haben in Hessen Messflüge zur geophysikalischen Untersuchung des Untergrunds im Oberrheingraben und dem Rhein-Main-Gebiet begonnen. Diese Aktion wird von einem speziell ausgestatteten Flugzeug des Typs Basler T67 durchgeführt, das in einem engmaschigen Raster über die Region fliegt. Die Erhebungen sind auf die Nachtstunden zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr terminiert, um den normalen Flugverkehr, besonders in der Nähe des Rhein-Main-Flughafens, nicht zu stören.
Zielsetzung und Methodik der Untersuchungen
Das Hauptziel der Messflüge ist die Erstellung eines digitalen 3D-Modells des Untergrunds. Dabei kommen die Full Tensor Gravity Gradiometry (FTG)-Methode zum Einsatz, um präzise Daten über das Erdschwerefeld und das Magnetfeld zu erfassen. Diese passiven Messungen gelten als umweltfreundlich und unbedenklich für Menschen und Tiere, da einzig temporäre Fluggeräusche wahrnehmbar sind. Die Ergebnisse sollen wichtige Informationen über die geologische Struktur und das geothermische Potenzial der Region liefern.
Bedeutung der Geothermie für die Energieversorgung
In aktuellen Zeiten, geprägt von internationalen Krisen und volatilen Energiemärkten, rückt die Bedeutung einer regionalen und unabhängigen Energieversorgung in den Vordergrund. Geothermische Energiequellen können einen wertvollen Beitrag zur Energieversorgung von Haushalten, Kommunen und der Industrie leisten. Die aus den Messungen gewonnenen Daten liefern eine Grundlage für die Planung und Umsetzung künftiger geothermischer Projekte.
Projektleitung und wissenschaftlicher Kontext
Die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernimmt Vulcan Energy. Es ist Teil des Forschungsverbunds GeoProH, zu dessen Beteiligten neben Vulcan Energy auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie weitere öffentliche und private Partner zählen. Ziel dieses Verbunds ist es, den Untergrund im Oberrheingraben detaillierter zu untersuchen, um eine fundierte Planungsgrundlage für zukünftige Energie- und Rohstoffprojekte zu schaffen.
Erwartete Ergebnisse und zukünftige Entwicklungen
Die Auswertung der erhobenen Daten wird mehrere Monate in Anspruch nehmen, wobei erste Ergebnisse im Lauf des Jahres 2026 erwartet werden. Die Erkenntnisse sollen helfen, die natürlichen Störungszonen im Boden besser zu verstehen. Diese Informationen sind essentiell für eine verantwortungsvolle Planung und Nutzung erneuerbarer Energien und der klimaneutralen Gewinnung von Ressourcen wie Lithium.



