Geothermie: Messungen in Ostwestfalen-Lippe (NRW) erfolgreich abgeschlossen

24.11.2024

Über sieben Wochen hinweg führten Messfahrzeuge der DMT im Auftrag des Geologischen Dienstes NRW (GD NRW) eine umfangreiche Untersuchung des Untergrunds in Ostwestfalen-Lippe durch. Die Untersuchung, Teil des Programms „Geowärme – Wir erkunden NRW.“, zielte darauf ab, geothermische Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu erkunden. Die Maßnahme wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie beauftragt.

Untersuchungsumfang in Ostwestfalen besonders umfangreich

Im Vergleich zu vorangegangenen Jahren in anderen Regionen wie dem Münsterland, dem Rheinland und dem Niederrhein, erwiesen sich die Messungen in Ostwestfalen als besonders umfassend. Mit Vibro-Trucks wurden insgesamt 342 Kilometer Messlinien abgefahren, wobei an 9.750 Anregungspunkten mit hydraulischen Rüttelplatten Schallwellen in Tiefen bis zu 5.000 Metern gesendet wurden. Die reflektierten Vibrationen wurden mit Hilfe von 12.000 Geophonen an der Oberfläche registriert. Zwei Messtrupps führten diese Arbeiten durch, verteilt auf sieben Messlinien zwischen August und Oktober.

Großes Interesse an den Messergebnissen, Resultate werden 2025 vorgestellt

Die gewonnenen Daten führten zur Erstellung von zweidimensionalen Abbildern des Untergrundes, vergleichbar mit Ultraschallbildern. Diese bieten Einblicke in die geologische Struktur, insbesondere in mögliche Vorkommen von Kalk- und Sandstein, die für geothermische Nutzung von Interesse sind. Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich und bieten Kommunen und Stadtwerken die Möglichkeit, auf Basis dieser Daten eigene Projekte zu entwickeln. Ingo Schäfer, Projektleiter beim GD NRW, erklärte: „Das Interesse von Gemeinden und Energieversorgern an unseren Messungen ist sehr groß.“ Die Resultate werden Mitte 2025 in den Kommunen vorgestellt.

Weitere Kampagnen bereits in Planung

Zukünftige Messkampagnen und Forschungsbohrungen sind bereits geplant, um die Nutzung geothermischer Ressourcen bis 2045 weiter auszubauen, mit dem Ziel, 20 % des Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch Geothermie zu decken.

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