Hessische Bauindustrie zu Baukonjunktur 2025: „Keine Trendwende: Der öffentliche Bau weiter deutlich im Minus“

04.03.2026

Im Jahr 2025 verzeichnete das hessische Bauhauptgewerbe einen nominalen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V., bemerkt jedoch, dass dieser Anstieg angesichts der Preis- und Kostenentwicklung real betrachtet ein Minus bedeutet. Bereinigt um diese Einflüsse, bleibt der Markt in einer Rezession.

Entwicklung der Auftragseingänge im Baugewerbe

Die Auftragseingänge des Bauhauptgewerbes lagen bei 6,4 Milliarden Euro und verzeichneten damit einen Zuwachs von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Dieses Plus wird durch ein starkes Wachstum im Wirtschaftsbau getragen, welcher um 25,8 Prozent zulegte. Der öffentliche Bau verzeichnete dagegen einen Rückgang um 7,3 Prozent, mit einem Minus von 26,1 Prozent im Hochbau und 9,2 Prozent im Straßenbau.

Strukturelle Herausforderungen im öffentlichen Bau

Dr. Burkhard Siebert weist darauf hin, dass die Stagnation im öffentlichen Bau die strukturelle Schwäche der Baukonjunktur verdeutlicht. Die Bautätigkeit wird überwiegend von der privaten Nachfrage dominiert. Das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes zeigt im Straßenbau wenig Wirkung. Siebert fordert, konkrete Projekte zügig zu initiieren, um den öffentlichen Bau zu beleben.

Entwicklung im Wohnungsbau

Der Wohnungsbau in Hessen verzeichnete einen Rückgang um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Landesregierung hat Schritte zur Modernisierung des Bauens in Hessen eingeleitet. Nach der Reform der Hessischen Bauordnung liegt ein Eckpunktepapier vor, das sich auf die Reduzierung technischer Vorschriften konzentriert, die den Wohnungsbau verteuern oder verzögern.

Arbeitsmarkt im hessischen Baugewerbe

Die Anzahl der Beschäftigten im hessischen Baugewerbe stieg um 0,2 Prozent und lag bei knapp 33.000 Personen. Trotz dieser Zunahme sanken die geleisteten Arbeitsstunden um 2,6 Prozent. Dieser Rückgang bei den Arbeitsstunden spiegelt wider, dass die gesamten Baumaßnahmen unter den Erwartungen geblieben sind.

Link zur Quelle

Auch interessant:

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

Die GeoTHERM expo & congress 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie in Europa. Mit einer Besucherzahl von 8.688 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern konnte ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden....

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Die Hamburger Elbchaussee, eine der bekanntesten Straßen der Hansestadt, steht derzeit im Mittelpunkt eines ambitionierten Infrastrukturprojekts. Ziel ist die umfassende Modernisierung eines rund 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Betty-Levi-Passage und dem...

Yanmar CE stärkt Standort Saint-Dizier als zentrale Produktionsbasis

Yanmar CE stärkt Standort Saint-Dizier als zentrale Produktionsbasis

Yanmar Construction Equipment Europe, Middle East, and Africa (Yanmar CE EMEA) hat umfassende Pläne verkündet, um seine Industriepräsenz in Europa zu restrukturieren. Im Mittelpunkt dieser Strategie steht die Erweiterung des Standorts Saint-Dizier in Frankreich. Diese...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...