Der Wurtenspeicherstausee ist ein zentrales Element der Kraftwerksgruppe Fragant in Kärnten, Österreich. Zur Kapazitätserweiterung des Stausees wird der Damm um 7 Meter erhöht. Der Bau erfolgt unter Verwendung des Bohrgeräts LB 45 und des Seilbaggers HS 8070 HD von Liebherr. Die alpine Lage auf 1.700 Metern Höhe stellt eine signifikante logistische Herausforderung dar, die bereits vor Beginn der eigentlichen Spezialtiefbauarbeiten zu überwinden ist.
Ziel der Baumaßnahme
Das Projekt zielt darauf ab, die Effizienz und Flexibilität der Energiewirtschaft der Kraftwerksgruppe zu verbessern. Die geplante Kapazitätserhöhung des Speichervolumens von 2,7 auf 5 Millionen Kubikmeter erfordert die vollständige Entleerung des Wurtenspeichers, um eine Stauzielerhöhung um 8,5 Meter sowie eine Verbreiterung des Dammkörpers zu ermöglichen.
Herausforderungen der Baustellenlogistik
Der Transport der schweren Geräte durch die engen, kurvenreichen Zufahrtsstraßen und Tunnel erfordert besondere Lösungen. Ein entscheidender Faktor für den Einsatz des Bohrgeräts LB 45 von Liebherr war der Klappmäkler, der die Transportlänge des Geräts reduziert und somit den Transport zur Baustelle erleichtert.
Technische Umsetzung der Pfahlgründungen
Züblin setzt auf der Baustelle Pfahlgründungen im Kellybohrverfahren um. Die Bohrtiefe liegt je nach Bodenschicht zwischen 2,7 und 22,5 Metern bei einem Durchmesser von 1.200 Millimetern. Insgesamt werden 2.800 Meter Bohrpfahl installiert. Eine bemerkenswerte Komponente ist die überschnittene Pfahlwand der Untergrundabdichtung, die aus 167 Pfählen besteht und den Fels vollflächig einbindet. Die geologischen Verhältnisse, darunter stark abrasives Material und hohe Festigkeitswerte der Felsblöcke, machen die Arbeiten besonders anspruchsvoll und erfordern kurzfristige Anpassungen der Bewehrungslängen.
Technische Eigenschaften des LB 45
Das LB 45 bietet ein maximales Drehmoment von 450 Kilonewtonmetern und ist für diverse Spezialtiefbauverfahren konzipiert, einschließlich Kellybohren, Endlosschneckenbohren sowie Doppelkopfbohren. Mit der optionalen Gittermastverlängerung erreicht das Gerät eine Bohrtiefe von bis zu 37 Metern, was ein Plus von 6 Metern bedeutet. Der Überlastschutz der Kellywinde stoppt die Vorschubwinde automatisch, sobald die maximale Last überschritten wird. Für die Kontrolle der Seillängen bei Hubarbeiten sorgt ein integriertes Seillängenmesssystem.
Einsatz des Seilbaggers HS 8070 HD
Für Hebearbeiten auf der Baustelle kommt zusätzlich der Seilbagger HS 8070 HD von Liebherr zum Einsatz. Dieses Gerät trägt entscheidend zur Effizienz und Präzision der Bauführungen bei.
Zeithorizont und Herausforderungen
Der Spezialtiefbau am Wurtendamm, der im Jahr 2025 begonnen hat, ist für den Abschluss innerhalb desselben Jahres geplant. Die sorgfältige Einhaltung der vorgesehenen Zeitfenster ist aufgrund der intensiven und unvorhersehbaren Wetterbedingungen in der alpinen Zone entscheidend, da beispielsweise der Wintereinbruch auf 1.700 Metern Höhe frühzeitig erfolgen kann.




