MIRO: Rechtssichere Rahmenbedingungen für Recycling, Naturschutz und Transformation gefordert

24.03.2025

Der Bundesverband Mineralische Rohstoffe e. V. (MIRO) hat sich im Zuge der laufenden Koalitionsverhandlungen in Deutschland mit einem dringenden Appell an die Bundespolitik gewandt. Der Verband betont, dass die heimische Rohstoffversorgung für die deutsche Bau- und Industrieproduktion essenziell ist. Angesichts globaler Krisen und geopolitischer Instabilitäten wird auf die Wichtigkeit einer verlässlichen und nachhaltigen Rohstoffversorgung hingewiesen, um wirtschaftliche Stabilität sowie die Umsetzung zentraler Infrastruktur- und Klimaschutzprojekte zu gewährleisten. MIRO fordert daher klare politische Rahmenbedingungen von der zukünftigen Regierung.

Recycling an Gewinnungsstandorten als Ressourcenschonung

MIRO sieht im Recycling von Baumaterialien eine bedeutende Maßnahme zur Schonung wertvoller Ressourcen und zur Ergänzung der Rohstoffversorgung. Die Anlagentechnik vor Ort bei Gewinnungsbetrieben, unterstützt von qualifizierten Mitarbeitern und ausreichend Flächenkapazitäten, ermöglicht die direkte Aufbereitung von Recyclingkörnungen. Dies reduziert Transportwege und Kosten. Der Verband fordert daher gesetzliche Vereinfachungen bei der Genehmigung solcher Recyclinganlagen an Gesteinsrohstoff-Gewinnungsstätten, um die Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft zu erleichtern.

Klarheit beim Naturschutz durch schnelle Verordnung

Während des Betriebs von Steinbrüchen, Kiesgruben und Baggerseen entstehen oft Rückzugsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten. MIRO fordert eine zügige Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen für diese ökologischen Flächen. Eine schnelle Verabschiedung der geplanten Verordnung „Natur auf Zeit“ wäre ein Schritt in Richtung klarer und verlässlicher Vorgaben für Unternehmen und Behörden.

Erneuerbare Energien in der Rohstoffbranche fördern

Große Flächen der Rohstoffgewinnung bieten sich für die Nutzung von Solarenergie an. MIRO bemängelt jedoch, dass gesetzliche Hürden die optimale Nutzung verhindern. Beispielsweise sind Installationen von schwimmenden Solaranlagen auf Baggerseen nur begrenzt möglich. Der Verband fordert das Aufheben dieser Einschränkungen und eine unkomplizierte Installation von Solaranlagen auf und neben Gewinnungsgeländen. Netzanschlüsse für fertige Anlagen sollten zudem ohne Verzögerungen erfolgen.

Nachhaltige Rohstoffpolitik als politische Priorität

Susanne Funk von der MIRO-Geschäftsführung fasst die Forderungen zusammen: „Eine sichere Rohstoffversorgung ist die Grundlage für die Bau- und Industrieproduktion in Deutschland. Recycling, Biodiversität und die Transformation zu erneuerbaren Energien sind wichtige Säulen einer nachhaltigen Rohstoffpolitik. Die neue Bundesregierung muss auch diese Themen entschlossen angehen.“ MIRO erwartet von der kommenden Regierung ein proaktives Engagement in diesen Bereichen.

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