Die Landesregierung hat ihre Bau- und Finanzierungsprogramme für den Küsten- und Hochwasserschutz vorgestellt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Schutz gegen extreme Wetterlagen und steigende Meeresspiegel zu verstärken. Aufbauend auf einem Rekordbudget sollen umfassende Verstärkungen der Deiche und Instandhaltungen von Siel- und Schöpfwerken umgesetzt werden.
Finanzierung und Prioritäten im Schutzprogramm
Für das Jahr 2026 stehen für Hochwasserschutz und Küstenschutz erstmalig rund 124 Millionen Euro bereit. Damit sollen über 280 Maßnahmen landesweit umgesetzt, geplant oder fortgeführt werden. Ein Zuwachs von 254 Millionen Euro im Sondervermögen des Hochwasser- und Küstenschutzes in den kommenden Jahren unterstützt diese Bestrebungen zusätzlich. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erhält zusätzliches Personal, um die Verfahren zu beschleunigen.
Küstenschutzmaßnahmen
Im Küstenschutzprogramm stehen Haushaltsmittel von rund 82 Millionen Euro zur Verfügung. Der Küstenschutz wird unter Berücksichtigung erwarteter Meeresspiegelanstiege konzipiert. Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN, betont die Notwendigkeit, die Maßnahmen vorausschauend zu planen. Für den staatlichen Küstenschutz auf dem Festland sind 10 Millionen Euro für 21 Projekte und für Inselschutzmaßnahmen 6 Millionen Euro für 24 Projekte vorgesehen. Deichverbände erhalten 63,6 Millionen Euro für 112 Maßnahmen, ergänzt durch Mittel für planerische Vorarbeiten.
Hochwasserschutz im Binnenland
Das diesjährige Bau- und Finanzierungsprogramm für den Hochwasserschutz im Binnenland umfasst 42 Millionen Euro für mehr als 120 Projekte. Schwerpunkte liegen auf Grundinstandsetzungen von Schöpfwerken und dem Ausbau von Deichen in verschiedenen Landkreisen. Auch größere bauliche Projekte werden vorbereitet. Eine bemerkenswerte Maßnahme ist die Deichrückverlegung in Stuhr, die 14 Millionen Euro beansprucht.
Fokus auf Sanierung und Modernisierung
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Sanierung und Modernisierung der Schöpfwerke zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Mit dem „Generalplan Siel- und Schöpfwerke“ wird eine neue Förderung eingeleitet, weitere 20 Millionen Euro werden in die Sanierung investiert. Die strategische Planung des NLWKN soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Strategische Ausrichtung
Die landesweiten Küsten- und Hochwasserschutzmaßnahmen sind Teil einer übergeordneten Klimaschutz- und Anpassungsstrategie. Minister Meyer hebt hervor: „In einem Land wie Niedersachsen ist Vorsorge keine Option, sondern eine Verpflichtung.“ Die Bereitstellung der Mittel und die strategische Vorgehensweise sollen sicherstellen, dass notwendige Maßnahmen fortlaufend und effektiv durchgeführt werden, um kommenden Herausforderungen der klimabedingten Risiken entgegenzutreten.



