Planungsstand beim Deichbau in Nordkehdingen

16.02.2025

Am vergangenen Wochenende fand im Baljer Dorfgemeinschaftshaus eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Deichbaus in Nordkehdingen statt, wie die Kreiszeitung Wochenblatt berichtet. Rund 150 Interessierte folgten der Einladung des „Dorftreffs“, bei der Experten über den aktuellen Stand der Deichplanung berichteten. Hermann Bösch, ehemaliger Bürgermeister, moderierte die Diskussion. Vertreter des Deichverbandes, des zuständigen Landesbetriebes NLWKN und der Naturschutzbehörde waren anwesend, um den Planungsstand und die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem benachbarten EU-Vogelschutzgebiet zu erläutern.

Ein zentrales Thema der Diskussion waren die Anforderungen, die der Deichbau im Einklang mit dem Naturschutz bewältigen muss. Landrat Kai Seefried (CDU) betonte die Notwendigkeit einer verstärkten Abstimmung mit den Naturschutzverbänden und forderte, dass der Deichbau von der niedersächsischen Landesregierung privilegiert behandelt werden müsse. Dies sei besonders wichtig, da der Deich „Mensch und Natur vor den Fluten“ schütze.

Geplante Deicherhöhung und Bauzeitfenster

Die Anwesenden erfuhren, dass in Nordkehdingen die Erhöhung des Deiches auf einer Länge von sechs Kilometern um knapp zwei Meter geplant ist. Aufgrund des angrenzenden EU-Vogelschutzgebietes dürfen die Bauarbeiten allerdings erst ab dem 1. Juli beginnen. Hermann Bösch kritisierte diese Verzögerung mit den Worten: „Geht gar nicht“. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass der steigende Meeresspiegel und die damit verbundenen Sturmflutgefahren keine Aufschiebung der Bauarbeiten erlauben.

Peter Schley, Bereichsleiter des Landesbetriebs NLWKN, wies auf das umfangreiche Bauprogramm im Landkreis Stade hin, das 80 Kilometer Deichlinie umfasst. Trotz der großen Herausforderung zeigte er sich optimistisch, dass Lösungen gefunden würden. Er hob hervor, dass die Vielzahl von Vorschriften den Prozess erschweren, aber betonte: „Schließlich zähle doch das Ziel, in 30 Jahren die Deiche erhöht zu haben.“

Oberdeichgraf Albert Boehlke machte auf die bürokratischen Hürden aufmerksam, die den Deichbau behindern. Er forderte eine „Entbürokratisierung“ des Prozesses. Die Bauzeit müsse zudem in der sturmflutfreien Periode von April bis September möglich sein. Das Begrenzen der Bauzeiten, wie es die aktuellen Auflagen vorsehen, sei kontraproduktiv.

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