ZDB: „Im Straßenbau fehlen Aufträge“

25.03.2026

Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe für Januar 2026 weisen auf einen verhaltenen Start ins Jahr hin. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, kommentiert, dass ein fehlender Arbeitstag sowie winterliche Verhältnisse zu einem Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt haben. Auch die Geräteauslastung war mit 50 Prozent laut ifo Institut stark rückläufig.

Rückgang der Auftragseingänge und Auftragsbestände

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sanken um 4,3 Prozent im Vergleich zum Januar 2025. Pakleppa führt das auf das große Auftragsplus im Januar des Vorjahres zurück. Dennoch ist positiv zu vermerken, dass die Auftragsbestände um knapp 13 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Dies bildet eine solide Basis für das bevorstehende Jahr. Entscheidend sei, dass die Aufträge im Wohnungsbau und in der Infrastrukturentwicklung kontinuierlich bleiben.

Herausforderungen im Straßenbau

Trotz angekündigtem Sondervermögen verzeichnet der Straßenbau rund 18 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahresmonat. Die Mittel seien verfügbar, jedoch fehlen entsprechende Aufträge. Pakleppa betont die Dringlichkeit, die Infrastrukturprojekte schnell umzusetzen, um Zeitverluste in der Sanierung von Straßen, Brücken, Schienenwegen und Wasserstraßen zu vermeiden.

Entwicklung im Wohnungsbau

Im Wohnungsbau wurden im Januar 2026 etwa 15 Prozent weniger Aufträge erteilt als im Vorjahresmonat. Dies zeigt, dass der Marktaufschwung noch nicht stabil ist. Förderrichtlinien, die dauerhaft günstige Zinskonditionen bieten, seien notwendig, um den Sektor zu stärken. Zudem sollte die Sonder-Absetzung für Abnutzung (Afa) auf den Energiehausstandard 55 (EH55) ausgeweitet werden, um die Erholung der Baugenehmigungen zu fördern.

Einfluss externer Faktoren

Externe Faktoren wie der Iran-Konflikt erhöhen Materialkosten, insbesondere für erdölbasierte Baustoffe, und die Zinsen. Dies führt zu erhöhten Baukosten und beeinflusst Investitionsentscheidungen negativ. Deshalb sind verlässliche Förderbedingungen von großer Bedeutung.

Umsatzprognose für 2026

Die Umsatzdaten des Statistischen Bundesamtes zeigen für Januar 2026 nominale Umsätze von 5,4 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zielvorgabe einer realen Umsatzsteigerung von 2,5 Prozent für 2026 hängt stark von den politischen Rahmenbedingungen für Investitionen im Wohnungsbau und Infrastruktur ab, so Pakleppa.

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