ZDB: Rückgang der Neubauten in Deutschland, Handlungsbedarf nach der Bundestagswahl

18.02.2025

Die aktuellen Prognosen des ifo-Instituts zur Entwicklung des Wohnungsbaus werfen ein beunruhigendes Bild auf die Zukunft der Baubranche in Deutschland. Während europaweit bis 2026 ein Anstieg der fertiggestellten Wohnungen um 3,0 Prozent erwartet wird, sieht die Lage in Deutschland anders aus. Im ungünstigsten Fall werden hierzulande im Jahr 2026 nur noch 175.000 neue Wohnungen entstehen, was einem Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in der Baupolitik nach der kommenden Bundestagswahl.

Der Unterschied zwischen der Entwicklung des Wohnungsbaus in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist signifikant. Während viele Länder in Europa den sogenannten Turnaround im Wohnungsbau vollziehen, bleibt Deutschland im Abwärtstrend. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, betont die Dringlichkeit eines politischen Neustarts in Deutschland. Er fordert, dass der Wohnungsbau nach der Bundestagswahl am 23. Februar Chefsache werden müsse.

Notwendigkeit einer neuen Baupolitik

Hohe Baukosten, komplexe Genehmigungsverfahren und der Mangel an Investitionsanreizen werden als Hauptursachen für die Stagnation im deutschen Wohnungsbau genannt. Diese Faktoren bremsen den Markt erheblich aus. Um den anhaltenden Wohnraummangel zu bekämpfen, sind laut Pakleppa dringend wirksame Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, gezielte Förderungen und eine Entlastung des Baugewerbes.

Ein wesentlicher Bestandteil der Lösung sieht Pakleppa in einem „echten Neustart in der Baupolitik“. Er fordert, dass das Bauministerium mehr Befugnisse erhalten müsse und sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung von Gebäuden verantwortlich sei. Zudem solle die Förderpolitik für beide Bereiche in einer Hand liegen. Diese strukturellen Änderungen sieht er als essenziell, um den Wohnungsbau effektiv voranzutreiben und die negativen Trends umzukehren.

Durch die angespannten Prognosen wird deutlich, dass die kommende Bundesregierung gezielte Maßnahmen ergreifen muss, um den Herausforderungen im deutschen Wohnungsbau effektiv zu begegnen. Damit die Entwicklung in Deutschland nicht weiter hinter der anderer europäischer Länder zurückbleibt, ist eine Neupriorisierung und umfassende Unterstützung der Branche unumgänglich. Der kommende politische Kurs wird entscheidend dafür sein, ob der Abwärtstrend gestoppt und letztlich umgekehrt werden kann.

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