Das ifo Institut hat mitgeteilt, dass ein Großteil des Sondervermögens nicht zur Infrastrukturverbesserung verwendet wurde. Die Bundesregierung nahm 2025 rund 24,3 Milliarden Euro zusätzliche Schulden im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität auf. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die tatsächlichen Investitionen des Bundes jedoch nur um 1,3 Milliarden Euro zu. Dies bedeutet, dass 95 Prozent der neu aufgenommenen Schulden nicht für zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt wurden, sondern zur Konsolidierung des Haushalts genutzt wurden.
Reaktionen aus der Bauwirtschaft
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, äußerte sich besorgt über diese Entwicklung: „Die heutige Veröffentlichung des ifo Instituts bestätigt, was unsere Betriebe auf den Baustellen bereits spüren: Vom Sondervermögen ist bisher wenig angekommen. 95 Prozent der 2025 aufgenommenen Schulden über das SVIK flossen nicht in zusätzliche Infrastrukturinvestitionen. Das ist ein enttäuschendes Ergebnis.“
Pakleppa betonte, dass das Sondervermögen als zusätzliche Investitionsquelle wirken sollte und nicht zur Schließung von Haushaltslücken dienen darf. Er kritisierte die Politik der Bundesregierung: „Das ist keine Infrastrukturpolitik, das ist Haushaltskosmetik.“
Infrastrukturbedarf und Forderungen an die Politik
Pakleppa stellt fest, dass die Bundesregierung die Ernsthaftigkeit der Lage verstehen müsse. Der kommunale Investitionsstau beläuft sich bis 2024 auf 216 Milliarden Euro, und 70 Prozent des Güterverkehrs laufen über ein seit Jahren unterfinanziertes Straßennetz. Angesichts dieser Tatsachen betonte Pakleppa, dass Deutschland sich nicht leisten könne, das Sondervermögen für andere Zwecke zu verwenden.
Pakleppa fordert die Regierung auf, das Sondervermögen wirklich zusätzlich zu investieren und nicht Investitionsausgaben im Kernhaushalt abzubauen. „Verschiebungen zwischen den Töpfen müssen unterbunden und das Sondervermögen muss wirklich zusätzlich investiert werden. Nur wer das Geld tatsächlich verbaut, investiert in die Zukunft Deutschlands.“ Mit umfassenden Reformen und Einsparungen müsse gegengesteuert werden, um zukünftige Investitionen sicherzustellen.



