750 Mikropfähle für neues Zentralklinikum Diepholz

13.03.2026

Der Neubau ist das Ergebnis eines umfassenden Strategieprozesses. Bild (c) PORR
Der Neubau ist das Ergebnis eines umfassenden Strategieprozesses. Bild (c) PORR

Im niedersächsischen Borwede wird bis Ende 2028 ein neues Zentralklinikum errichtet, das drei kleinere Krankenhäuser im Landkreis Diepholz ersetzen soll. Das Bauprojekt auf einer neun Hektar großen Fläche ist eine zentrale Komponente der umfassenden Strategie zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis.

Klinikneubau als zentraler Versorgungsstandort

Die Entscheidung für den Neubau basiert auf einer detaillierten Analyse, die Aspekte wie Personalverfügbarkeit, Qualität, Leistungsangebot und Wirtschaftlichkeit berücksichtigte. Ziel ist es, die medizinische Versorgung auf fast 2.000 km² zu bündeln und die langfristige Zukunftsfähigkeit zu sichern. Die zentrale Lage des neuen Klinikums soll eine optimierte Resourcennutzung ermöglichen.

Mikropfahl-Gründung als Lösung für schwierige Bodenverhältnisse

Um den Bau auf dem schwierigen Baugrund aus Sand mit geringer Festigkeit zu ermöglichen, wurden 753 Mikropfähle mit einer Länge von bis zu 13 Metern verwendet. Diese Pfähle übernehmen eine Doppelfunktion: Sie leiten die Lasten des Bauwerks in den verdichteten Boden ab und sichern gleichzeitig die Bodenplatte gegen Aufschwimmen. Die Mikropfähle wurden mit Zementmörtel unter Druck in den Boden verpresst und sind mit der mehr als 12.000 Quadratmeter großen Stahlbeton-Bodenplatte verbunden, um eine zuverlässige Lastübertragung zu gewährleisten.

Technische Umsetzung und Probebelastungen

Die Pfahlarbeiten wurden im Doppelkopf-Überlagerungsbohrverfahren durchgeführt, bei dem das Bohrloch während der Bohrung stabilisiert wird. Dieses Verfahren, bei dem die Bohrgutförderung integriert ist, sichert die erforderliche Stabilität des Baugrunds. Begleitend durchgeführte Probebelastungen bestätigten die Tragfähigkeit der Pfähle und damit die Eignung der Gründungsmethode.

Projektmanagement und Termintreue

Der PORR Spezialtiefbau Region Nord realisierte die Arbeiten im Auftrag der Kliniken Landkreis Diepholz Grundstück GmbH & Co. KG. Marvin Freier, Projektleiter bei PORR Spezialtiefbau, erläutert: „Aufgrund des straffen Zeitplans haben wir mit zwei Geräten und vier Kolonnen im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Das war sowohl für das Team als auch für die Maschinen eine hohe Belastung. Doch dank unserer Erfahrung und einer durchdachten Personaleinsatzplanung konnten wir die Anforderungen an Qualität und Termintreue zuverlässig erfüllen.“ Die statische Berechnung der Gründung erfolgte durch die PORR Spezialtiefbau Planung, um den hohen Ansprüchen an das Bauwerk gerecht zu werden.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Meilenstein im Spezialtiefbau am Südschnellweg Hannover erreicht

Meilenstein im Spezialtiefbau am Südschnellweg Hannover erreicht

Die Arbeiten von PORR am Großprojekt Südschnellweg im Süden Hannovers haben einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Die Spezialtiefbauleistungen im ersten Bauabschnitt, bekannt als Primärdocks, stehen kurz vor dem Abschluss. Dieser Fortschritt ebnet den Weg für die...

STRABAG SE verlängert Vorstandsmandat bis 2030

STRABAG SE verlängert Vorstandsmandat bis 2030

Der Aufsichtsrat der STRABAG SE, einem bedeutenden europäischen Baukonzern, hat das Mandat des aktuellen Vorstandsteams um eine weitere Funktionsperiode verlängert. Die Entscheidung betrifft die Zeitspanne vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2030. Mit der erneuten...

Erfolgreiche Bauer-Hausausstellung 2026

Erfolgreiche Bauer-Hausausstellung 2026

Die Bauer Hausausstellung 2026 in Schrobenhausen zog mehr als 1.400 nationale und internationale Gäste an. Kunden, Partner und Fachleute aus der Spezialtiefbaubranche versammelten sich, um über neue Trends, Technologien und Herausforderungen zu diskutieren. Die...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...