GD NRW: Forschungsbohrung Dellbrück startet in Kürze

28.01.2026

Im ersten Quartal 2026 startet der Geologische Dienst NRW (GD NRW) eine Forschungsbohrung im Kölner Stadtteil Dellbrück. Das Projekt wird im Rahmen des Explorations- und Bohrprogrammes „Geowärme – Wir erkunden NRW.“ durchgeführt. Ziel ist es, die Eignung der devonischen Kalksteine als potenzielles geothermisches Reservoir zu untersuchen.

Bohrstandort und geologische Ziele

Der Start der Bohrarbeiten hängt von der Erteilung der noch ausstehenden Genehmigungen ab. Projektleiter Ingo Schäfer erklärt: „Das ausführende Bohrunternehmen steht fest, die Genehmigungen sind beantragt. Nach Erteilung aller notwendigen Genehmigungen werden wir direkt mit dem Bohrplatzbau beginnen.“

Der Bohrstandort, ein ehemals als Sportplatz genutztes Areal am Thurner Kamp, wurde aufgrund der günstigen geologischen Bedingungen ausgewählt. Vorhandene Erkenntnisse und Modelle lassen darauf schließen, dass die geplante Bohrung die vollständige Abfolge des Massenkalks erreichen wird. Die gewonnenen Bohrkerne werden an die Oberfläche gefördert, um umfangreiche geologische Analysen zur Eignung des Massenkalks als geothermisches Reservoir durchzuführen.

Durchführung der Bohrarbeiten

Die Arbeiten beginnen mit dem Aufbau der etwa 20 Meter hohen Bohranlage. Dr. Stephan Becker, Geologe beim GD NRW, merkt an, dass die Bohrarbeiten zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen werden. Neben den Bohrarbeiten sind Untersuchungen im Bohrloch zur Beurteilung der geothermischen Nutzungsmöglichkeiten geplant.

Der Schutz der Umwelt und der Anwohnenden ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Der Fokus liegt dabei auf dem Schutz des Grundwassers durch technische Vorrichtungen und auf einer Minimierung der Lärmbelästigung für die Anwohnenden.

Forschungsbohrung vs. Produktionsbohrung

Da es sich bei der Bohrung um ein Forschungsprojekt handelt, erfüllt sie nicht die technischen und rechtlichen Anforderungen einer Produktionsbohrung. Nach Abschluss der Untersuchungen wird das Bohrloch verfüllt und die Fläche renaturiert.

Der GD NRW wird die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt des Projekts informieren. Interessierte können sich vor Ort, über die Projektwebseite geowaerme.nrw.de oder über die Social-Media-Kanäle @geowaermenrw auf dem Laufenden halten.

Hintergrund zur hydrothermalen Geothermie

Die hydrothermale Geothermie nutzt heißes Tiefenwasser aus geologischen Formationen. Dieses Wasser gibt seine Wärme über Wärmetauscher an verschiedene Wärmeverbraucher ab. Der Vorteil dieser Methode ist die witterungsunabhängige, klimafreundliche und preisstabile Energiegewinnung, die unabhängig von fossilen Brennstoffen ist.

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