Am 9. Juni 2026 fand im Bundesministerium für Verkehr in Berlin das Fachforum BIM in der Geotechnik statt, das im Auftrag des BMV von der DEGES konzipiert und organisiert wurde. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit der Frage, wie geotechnische Daten – Informationen zu Bodenschichten, Grundwasser und weitere geologische Besonderheiten – nahtlos in digitale Planungs- und Bauprozesse integriert werden können. Der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte eröffnete die Veranstaltung, die rund 400 Fachleute versammelte.
Geotechnik und Building Information Modeling im Fokus
Die Nutzung von Building Information Modeling (BIM) zur Integration geotechnischer Daten in digitale Bauwerksmodelle war ein zentrales Thema. Mit BIM können geotechnische Daten strukturierte, maschinenlesbare Informationen werden, die nicht nur in der Planungsphase, sondern über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks nutzbar sind. Diese Methode bietet Potential zur verbesserten Planung und Betrieb von Verkehrsinfrastrukturen, wie Straßen, Brücken, Schienenwege und Wasserstraßen.
Vielfältige Beteiligung und reges Interesse
Diaa Shalghin, BIM-Consultant bei der DEGES, erläuterte, dass die Veranstaltung ein klares Ziel verfolgte: die Geotechnik-Community in Sachen BIM und Digitalisierung zu aktivieren sowie Herausforderungen und den Status quo zu klären. Mit knapp 80 Teilnehmenden vor Ort und 300 Online-Zuschauern zog das Fachforum Interesse aus allen Bereichen der Bundesverkehrsinfrastruktur an. Vertreter von Bundesfernstraßen, Schiene, Wasserstraßen, Bauunternehmen und Wissenschaft nahmen teil und verdeutlichten das breitenwirksame Interesse an einheitlichen Lösungen und Standards.
Diverses Programm und produktive Workshops
Die Veranstaltung war in einen Vormittags- und einen Nachmittagsblock gegliedert. Der Vormittag beinhaltete eine hybride Podiumsdiskussion, bei der Vertreter von Autobahn GmbH, DB InfraGO, Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sowie DEGES den aktuellen Stand von BIM in der Geotechnik beleuchteten. Ergänzt wurde dies durch vier Impulsvorträge, die verschiedene Themenbereiche wie den Status der Digitalisierung, Datenaustausch und die Entwicklung digitaler Zwillinge beleuchteten.
Am Nachmittag folgten drei parallele Workshops, in denen detailliertere Themen wie Fachmodell und Standardisierung, Integration von Baugrundmodellen in den BIM-Regelprozess sowie die Rolle von digitalen Zwillingen und Geodateninfrastrukturen erörtert wurden. Aus diesen Workshops resultierten konkrete Handlungsempfehlungen, die visuell durch ein Graphic Recording festgehalten wurden.
Gemeinsame Herausforderungen und Lösungsansätze
Das Fachforum ergab, dass viele Infrastrukturbetreiber vor ähnlichen Herausforderungen stehen: fehlende Standards im Datenaustausch und inkompatible Formate zwischen verschiedenen Infrastrukturprojekten. Einstellungen zu Technik und Organisation, das Erfordernis belastbarer Standards sowie klarer Verantwortlichkeiten standen im Fokus der Diskussionen. Die Workshops identifizierten Handlungsfelder, die nun als Grundlage für weitere Kooperationen zwischen Bund und den beteiligten Akteuren dienen sollen.
Zusammenfassend hat das Fachforum gezeigt, dass die Integration geotechnischer Daten die Branche bewegt und eine engagierte Fachgemeinschaft zusammengebracht hat, die bereit ist, gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen.




