Eine aktuelle Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vermeldet für das deutsche Bauhauptgewerbe einen realen Umsatzanstieg von 2,5 Prozent im Jahr 2025. Dies stellt den ersten realen Zuwachs nach einer fünfjährigen Rezession dar. Der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, kommentiert: „Damit ist die lange Zeit der Baurezession endlich vorbei. Um die Rückgänge der vergangenen Jahre auszugleichen, reicht es allerdings noch nicht, aber der Anfang ist gemacht.“ Er geht davon aus, dass der positive Trend 2026 mit einem weiteren realen Umsatzplus von 2,5 Prozent fortgesetzt wird.
Auftragslage und neue Projekte
Die Aufträge legten 2025 um 6,8 Prozent zu, der Auftragsbestand stieg gar um 10,2 Prozent. Großprojekte, besonders im Bahnsektor und im Leitungstiefbau sowie die steigende Nachfrage nach Rechenzentren, trugen zu diesem Wachstum bei. „Bis diese Projekte aber umsatzwirksam werden, das dauert. Außerdem profitieren hiervon erst einmal nur wenige Unternehmen, bevor die Aufträge bei einer breiteren Unternehmerschaft ankommen,“ erklärt Müller. Trotz der besseren Auftragslage bleibt die Stimmung der Branche verhalten.
Bausparten im Vergleich
Nicht alle Bausparten konnten von der positiven Entwicklung profitieren. Der Wohnungsbau verzeichnete weiter rückläufige Umsätze mit einem Minus von 1,5 Prozent, trotz eines Auftragsanstiegs von 10 Prozent auf niedrigem Niveau. Die BAUINDUSTRIE erwartet für 2026 lediglich ein leichtes Plus von 2 Prozent im Wohnungsbau. Der Wirtschaftsbau profitierte hingegen von Bahnaufträgen und verzeichnete ein Umsatzplus von 6,5 Prozent. Mit einer steigenden Nachfrage im Wirtschaftshochbau wird für 2026 ein weiteres Plus von 4 Prozent erwartet. Der Öffentliche Bau wuchs unterdurchschnittlich mit einem Plus von 2 Prozent, beeinträchtigt durch eine zurückhaltende Auftragsvergabe im Straßenbau.
Beschäftigungsentwicklung im Baugewerbe
Im Jahr 2025 stieg die Beschäftigtenzahl im Bausektor um 6.600 Personen auf insgesamt 923.000. Dieser Anstieg kann den Rückgang von 1,2 Prozent im Jahr 2024 nicht vollständig ausgleichen. Für 2026 erwartet die BAUINDUSTRIE einen weiteren Zuwachs auf 933.000 Beschäftigte, was einem Plus von 1 Prozent entspricht. „Damit geht die Branche angesichts der Herausforderungen in Vorleistung und baut Kapazitäten auf. Wir hoffen, dass uns die Politik nicht enttäuscht und ihre Versprechen wahrmacht, dass jedes baureife Projekt auch gebaut wird,“ so Tim-Oliver Müller abschließend.


