Projektlandkarte macht Tiefengeothermie in Deutschland sichtbar

25.02.2026

Auszug aus der digitalen Version der Projektlandkarte Tiefe Geothermie
Auszug aus der digitalen Version der Projektlandkarte Tiefe Geothermie

Die Veröffentlichung der neuen Projektlandkarte des Bundesverbandes Geothermie e.V. (BVG) unterstreicht die kontinuierliche Wachstumsdynamik der Tiefengeothermie in Deutschland. Die Karte führt alle bestehenden, sich im Bau befindlichen und geplanten Projekte auf. Dieser Überblick zeigt, dass das Interesse an geothermischen Anwendungen als Instrument zur Dekarbonisierung der Wärmenetze deutlich gestiegen ist.

Zahlen und Fakten: Anstieg der Anlagen

Derzeit sind in Deutschland 45 tiefengeothermische Anlagen in Betrieb, was einen Anstieg von drei Anlagen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. 43 dieser Anlagen liefern Wärme, während 12 davon zusätzlich Strom ins Netz speisen. Ein weiterer Zuwachs zeigt sich bei den Anlagen im Bau, deren Zahl von 16 auf 18 gestiegen ist. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei den geplanten Anlagen, die nun 178 Projekte umfassen. Das ist ein Zuwachs von 23 Projekten im Vergleich zum Vorjahr.

Politische Unterstützung und gesetzliche Rahmenbedingungen

Mit dem kürzlich in Kraft getretenen Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG) und dem „Förderkredit Tiefengeothermie“ wurden neue Rahmenbedingungen geschaffen, die den Ausbau der Erdwärme in Deutschland erleichtern sollen. Laut Bundesverband Geothermie ist es entscheidend, dass die Bundesregierung ambitionierte Ziele für erneuerbare Energien verfolgt. Zitat Gregor Dilger, Geschäftsführer des BVG: „Viele heimische Unternehmen stehen in den Startlöchern und wollen Projekte realisieren.“

Wirtschaftliche und ökologische Bedeutung

Aktuell verfügen die deutschen Geothermieanlagen über eine installierte Wärmeleistung von 442 MW. Der BVG sieht ein enormes Potenzial in der Tiefengeothermie, mit der Aussage Dilgers: „Perspektivisch könnten tiefengeothermische Anlagen allein mindestens ein Viertel des Wärme- und Kältebedarfs in Deutschland decken.“ Bei einem Ausbau auf 10 TWh jährlich könnten 24.000 neue Arbeitsplätze entstehen, 34 Millionen Tonnen CO2 vermieden und Importkosten für fossile Brennstoffe in Höhe von bis zu 9 Milliarden Euro eingespart werden.

Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen

Für einen fortschrittlichen Ausbau benötigt es nach wie vor verlässliche Förderprogramme und eine klare ordnungspolitische Ausrichtung. Laut Dilger ist es wichtig, bei der Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes schnell für Klarheit zu sorgen. Der BVG bietet ergänzend zur jährlichen Aktualisierung der Landkarte auch eine regelmäßig aktualisierte digitale Version an, die die Projektentwicklungen nahezu in Echtzeit abbildet.

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