Im niedersächsischen Borwede wird bis Ende 2028 ein neues Zentralklinikum errichtet, das drei kleinere Krankenhäuser im Landkreis Diepholz ersetzen soll. Das Bauprojekt auf einer neun Hektar großen Fläche ist eine zentrale Komponente der umfassenden Strategie zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis.
Klinikneubau als zentraler Versorgungsstandort
Die Entscheidung für den Neubau basiert auf einer detaillierten Analyse, die Aspekte wie Personalverfügbarkeit, Qualität, Leistungsangebot und Wirtschaftlichkeit berücksichtigte. Ziel ist es, die medizinische Versorgung auf fast 2.000 km² zu bündeln und die langfristige Zukunftsfähigkeit zu sichern. Die zentrale Lage des neuen Klinikums soll eine optimierte Resourcennutzung ermöglichen.
Mikropfahl-Gründung als Lösung für schwierige Bodenverhältnisse
Um den Bau auf dem schwierigen Baugrund aus Sand mit geringer Festigkeit zu ermöglichen, wurden 753 Mikropfähle mit einer Länge von bis zu 13 Metern verwendet. Diese Pfähle übernehmen eine Doppelfunktion: Sie leiten die Lasten des Bauwerks in den verdichteten Boden ab und sichern gleichzeitig die Bodenplatte gegen Aufschwimmen. Die Mikropfähle wurden mit Zementmörtel unter Druck in den Boden verpresst und sind mit der mehr als 12.000 Quadratmeter großen Stahlbeton-Bodenplatte verbunden, um eine zuverlässige Lastübertragung zu gewährleisten.
Technische Umsetzung und Probebelastungen
Die Pfahlarbeiten wurden im Doppelkopf-Überlagerungsbohrverfahren durchgeführt, bei dem das Bohrloch während der Bohrung stabilisiert wird. Dieses Verfahren, bei dem die Bohrgutförderung integriert ist, sichert die erforderliche Stabilität des Baugrunds. Begleitend durchgeführte Probebelastungen bestätigten die Tragfähigkeit der Pfähle und damit die Eignung der Gründungsmethode.
Projektmanagement und Termintreue
Der PORR Spezialtiefbau Region Nord realisierte die Arbeiten im Auftrag der Kliniken Landkreis Diepholz Grundstück GmbH & Co. KG. Marvin Freier, Projektleiter bei PORR Spezialtiefbau, erläutert: „Aufgrund des straffen Zeitplans haben wir mit zwei Geräten und vier Kolonnen im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Das war sowohl für das Team als auch für die Maschinen eine hohe Belastung. Doch dank unserer Erfahrung und einer durchdachten Personaleinsatzplanung konnten wir die Anforderungen an Qualität und Termintreue zuverlässig erfüllen.“ Die statische Berechnung der Gründung erfolgte durch die PORR Spezialtiefbau Planung, um den hohen Ansprüchen an das Bauwerk gerecht zu werden.




