Das bayerische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Januar 2026 einen baugewerblichen Umsatz von rund 1,02 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Obwohl im Hochbau sowohl Umsatz als auch Auftragseingänge rückläufig waren, zeigen sich im Tiefbau positive Entwicklungen, insbesondere im öffentlichen und gewerblichen Bereich.
Umsatzentwicklung im Tief- und Hochbau
Der Tiefbau zeigte sich im Januar 2026 als Wachstumstreiber mit höheren Umsätzen gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders hervorzuheben ist der öffentliche Tiefbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen, der ein Umsatzplus von 17,1 Prozent verzeichnen konnte. Im gewerblichen und industriellen Tiefbau stiegen die Umsätze um 8,5 Prozent. Der Straßenbau hingegen verbuchte ein Umsatzminus von 5,4 Prozent. Im Hochbau hingegen sanken die Umsätze in allen Bausparten um bis zu 15,5 Prozent im Vergleich zu Januar 2025.
Auftragseingänge im Tief- und Hochbau
Für Januar 2026 wurden im bayerischen Bauhauptgewerbe insgesamt um 1,8 Prozent höhere Auftragseingänge gemeldet als im Vorjahresmonat. Besonders positiv entwickelten sich die Auftragseingänge im gewerblichen und industriellen Tiefbau mit einer Steigerung von 39,8 Prozent, sowie im öffentlichen Tiefbau mit einem Zuwachs von 16 Prozent. Im Hochbau hingegen sind alle Sparten von einem Rückgang betroffen, mit einem Spannbreite der Abnahmen von 7 Prozent im Wohnungsbau bis zu 56,3 Prozent im öffentlichen Hochbau für Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen.
Langfristige Trends und preisbereinigte Entwicklungen
Vergleicht man den Januar 2026 mit dem Bezugsmonat des Basisjahres 2021, zeigt sich insgesamt ein nominaler Anstieg der Auftragseingänge um 1,8 Prozentpunkte, wobei preisbereinigt ein Rückgang um 21,7 Prozentpunkte festzustellen ist. Sowohl nominal als auch preisbereinigt stieg der Umsatz gegenüber 2021. Im Vergleich zu Januar 2025 sanken der nominale und reale Umsatz um 1,8 Prozentpunkte, während der Auftragseingang sowohl nominal (+1,7 Prozentpunkte) als auch real (+0,6 Prozentpunkte) zulegen konnte.
Im Wohnungsbau ist ein deutlicher preisbereinigter Rückgang zu verzeichnen. Verglichen mit dem Jahr 2021 liegen die Aufträge real 41,9 Prozentpunkte und die Umsätze 6,2 Prozentpunkte unter den damaligen Werten. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ebenfalls eine Abnahme, sowohl beim nominalen (–4,8 Prozentpunkte) als auch beim realen Umsatz (–4,2 Prozentpunkte). Die Auftragseingänge gingen nominal und real um 4,8 beziehungsweise 4,5 Prozentpunkte zurück.
Stabiler Personalstand im Bauhauptgewerbe
Im Januar 2026 waren im bayerischen Bauhauptgewerbe 104.358 Personen beschäftigt, was einem Anstieg von etwa 1.400 Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Diese Beschäftigten erbrachten an 20 Arbeitstagen 4,6 Millionen Arbeitsstunden, die mit rund 367 Millionen Euro entlohnt wurden. Im Januar 2025 wurden bei 21 Arbeitstagen 5,4 Millionen Arbeitsstunden mit einem Entgelt von rund 364 Millionen Euro vergütet.
Insgesamt übertraf der Tiefbau den Hoch- und Wohnungsbau auch im Januar 2026 deutlich, insbesondere durch Projekte im Bereich der Energie- und Verkehrsinfrastruktur, die die Gesamtentwicklung des bayerischen Bauhauptgewerbes unterstützen.



