Stabile Geschäftsentwicklung der Firmengruppe Liebherr im Jahr 2025

02.04.2026

Die Firmengruppe Liebherr hat das Jahr 2025 mit einem stabilen Umsatz von 14.772 Millionen Euro abgeschlossen, was einem Wachstum von 150 Millionen Euro oder 1,0 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die strategische Ausrichtung auf Diversifikation und dezentrale Strukturen ermöglichte es, Rückgänge in bestimmten Produktsegmenten durch Zuwächse in anderen Bereichen auszugleichen. Mit Investitionen in Höhe von 1.059 Millionen Euro wurde das hohe Investitionsniveau der Vorjahre beibehalten.

Umsatzentwicklung in unterschiedlichen Produktsegmenten

Besonders erfolgreich präsentierten sich die Produktsegmente Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten sowie Hotels. Hier wurde ein Gesamtumsatz von 5.427 Millionen Euro erzielt, was einer deutlichen Steigerung von 14,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Gegensatz dazu zeigte sich im Bereich Baumaschinen und Mining ein Umsatzrückgang von 5,5 %, trotz positiver Entwicklungen in den Segmenten Spezialtiefbau und Turmdrehkrane.

Regionale Unterschiede in der Umsatzentwicklung

Die Umsatzentwicklung der Firmengruppe Liebherr variierte regional. In Asien und Ozeanien sowie Nordamerika sanken die Umsätze, während in der Europäischen Union ein Umsatzplus insbesondere durch positive Entwicklungen in Deutschland erzielt werden konnte. In Mittel- und Südamerika sowie in der Region Afrika / Naher und Mittlerer Osten verzeichnete Liebherr ebenfalls Wachstum, wobei Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate als wesentliche Wachstumstreiber hervortraten.

Forschung, Entwicklung und technologische Innovationen

Im Jahr 2025 investierte Liebherr 708 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Im Bereich Autonomie konnte Liebherr bedeutende Fortschritte erzielen. Auf der Bauma 2025 wurde der erste autonome Radlader mit dem „Liebherr Autonomous Operations“ System präsentiert. Zudem wurde ein Prototyp für einen autonomen, batterieelektrischen Muldenkipper vorgestellt. Auch autonome Mining-Trucks befinden sich kurz vor dem Einsatz.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung alternativer Antriebstechnologien. Das Portfolio wurde unter anderem um elektrifizierte Baumaschinen wie den ersten vollelektrischen Seilbagger HS 8100.2 dual power und den batterieelektrischen Raupenbagger R 920 G8-E erweitert. Ergänzungen wie der All-Terrain-Kran LTM 1150-5.4E und der Mobilbaukran MK 120-5.1E, die sowohl über das Stromnetz als auch über Batterien betrieben werden können, wurden eingeführt.

Digitale Lösungen und Cybersicherheit

Liebherr entwickelte 2025 zahlreiche digitale Lösungen, darunter neue Assistenzsysteme für Schnelleinsatzkrane und den Energy Planner zur Energiebedarfskalkulation auf Baustellen. Die einheitliche Software-Basis für digitale Services und das „Software Defined Machine“ Programm zur Steuerungsarchitektur für Baumaschinen wurden ebenfalls fokussiert. Zudem baute die Firmengruppe die Organisation und Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit aus und stärkte das interne KI-Kompetenzzentrum.

Investitionen in Wachstum und Infrastruktur

Liebherr investierte stark in den Ausbau von Produktionsstandorten und Mietparks, was das Engagement für nachhaltiges Wachstum unterstreicht. Die Investitionen in Höhe von 1.059 Millionen Euro entsprechen dem hohen Niveau der Vorjahre. In Ehingen-Berg erwarb Liebherr ein neues Grundstück zur Deckung der steigenden Nachfrage nach Mobil- und Raupenkranen, während weitere Projekte in Kirchdorf an der Iller, Biberach an der Riß, Plovdiv und Guaratinguetá verfolgt wurden.

Ausblick auf das Jahr 2026

Für das Jahr 2026 rechnet Liebherr mit einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld, geprägt von globalen Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen. Steffen Günther, Managing Director, betont, dass der bestehende Auftragsbestand zwar positiv ist, jedoch erst ab 2027 eine ausgeprägte Wachstumsphase erwartet wird. Bis dahin wird Liebherr weiter in Standorte, Innovationen und nachhaltige Lösungen investieren, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Der kommende Geschäftsbericht am 2. April 2026 wird detaillierte Zahlen sowie eine Rückschau auf das Geschäftsjahr 2025 und einen Ausblick auf die Erwartungen für 2026 enthalten.

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