Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt die Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen eine wesentliche Aufgabe für die Sicherheit. Das Innenministerium des Landes berichtet, dass im Jahr 2025 insgesamt 2.140 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht wurden. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 1.606 Bomben entschärft wurden, zeigt sich eine deutliche Zunahme dieser Funde. Zu den gesicherten Kampfmitteln zählen verschiedene Bombentypen, darunter Spreng- und Brandbomben.
Erhöhte Funde durch verstärkte Bauaktivitäten
Innenminister Herbert Reul betonte, dass „Blindgänger ein unsichtbares Risiko in unseren Böden“ darstellen, das auch Jahrzehnte nach dem Krieg gefährlich bleiben kann. Die Funde umfassen 282 Bomben mit einem Gewicht von über 50 Kilogramm, von denen 19 am Fundort gesprengt wurden. Ein Anstieg bei den Bombenfunden erklärt sich unter anderem durch ein verstärktes Bauaufkommen und spezielle Räumstellen, wie etwa auf einem ehemaligen Militärflughafen bei Arnsberg, wo 47 intakte Sprengbomben geborgen wurden.
Präventive und reaktive Maßnahmen im Bausektor
Die Tätigkeiten der Kampfmittelbeseitigungsdienste sind sowohl präventiv als auch reaktiv ausgerichtet. Im Jahr 2025 wurden die Dienste in 35.681 Fällen im Rahmen von Bautätigkeiten hinzugezogen. Diese Zahl umfasst Anfragen zur Luftbildauswertung und die weitere Räumung direkt vor Ort. Auch Zufallsfunde spielen eine Rolle: 1.770 unerwartete Entdeckungen wurden im Verlauf des vergangenen Jahres gemeldet.
Einsatz gebündelter Kräfte innerhalb der Bezirksregierungen
Die Arbeit verteilt sich auf die Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg, wo insgesamt 94 Fachkräfte tätig sind. Besonders stark ausgelastet war der Regierungsbezirk Köln mit 12.161 bearbeiteten Anfragen und 915 gefundenen Kampfmitteln bei 3.104 Vor-Ort-Einsätzen. Finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt beliefen sich auf knapp 27 Millionen Euro, wobei auch Erstattungen des Bundes in Höhe von etwa 1,05 Millionen Euro eingingen.
Finanzielle Aufwendungen und Zusammenarbeit mit Vertragsfirmen
Neben den staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdiensten sind auch Vertragsfirmen maßgeblich an den Bergungsarbeiten beteiligt. Insgesamt 10,58 Millionen Euro der bereitgestellten Mittel wurden an diese Firmen ausgezahlt. Sie erhielten zudem 1,55 Millionen Euro durch Drittaufträge, die vom Bund oder ehemaligen Bundesbehörden finanziert wurden. Diese Zusammenarbeit ermöglicht die Bewältigung der umfangreichen Räumaufgaben im Rahmen der Kampfmittelbeseitigung.




