Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen als fortdauernde Herausforderung

15.05.2026

2025 wurden in NRW insgesamt 2.140 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht.
2025 wurden in NRW insgesamt 2.140 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht.

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt die Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen eine wesentliche Aufgabe für die Sicherheit. Das Innenministerium des Landes berichtet, dass im Jahr 2025 insgesamt 2.140 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht wurden. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 1.606 Bomben entschärft wurden, zeigt sich eine deutliche Zunahme dieser Funde. Zu den gesicherten Kampfmitteln zählen verschiedene Bombentypen, darunter Spreng- und Brandbomben.

Erhöhte Funde durch verstärkte Bauaktivitäten

Innenminister Herbert Reul betonte, dass „Blindgänger ein unsichtbares Risiko in unseren Böden“ darstellen, das auch Jahrzehnte nach dem Krieg gefährlich bleiben kann. Die Funde umfassen 282 Bomben mit einem Gewicht von über 50 Kilogramm, von denen 19 am Fundort gesprengt wurden. Ein Anstieg bei den Bombenfunden erklärt sich unter anderem durch ein verstärktes Bauaufkommen und spezielle Räumstellen, wie etwa auf einem ehemaligen Militärflughafen bei Arnsberg, wo 47 intakte Sprengbomben geborgen wurden.

Präventive und reaktive Maßnahmen im Bausektor

Die Tätigkeiten der Kampfmittelbeseitigungsdienste sind sowohl präventiv als auch reaktiv ausgerichtet. Im Jahr 2025 wurden die Dienste in 35.681 Fällen im Rahmen von Bautätigkeiten hinzugezogen. Diese Zahl umfasst Anfragen zur Luftbildauswertung und die weitere Räumung direkt vor Ort. Auch Zufallsfunde spielen eine Rolle: 1.770 unerwartete Entdeckungen wurden im Verlauf des vergangenen Jahres gemeldet.

Einsatz gebündelter Kräfte innerhalb der Bezirksregierungen

Die Arbeit verteilt sich auf die Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg, wo insgesamt 94 Fachkräfte tätig sind. Besonders stark ausgelastet war der Regierungsbezirk Köln mit 12.161 bearbeiteten Anfragen und 915 gefundenen Kampfmitteln bei 3.104 Vor-Ort-Einsätzen. Finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt beliefen sich auf knapp 27 Millionen Euro, wobei auch Erstattungen des Bundes in Höhe von etwa 1,05 Millionen Euro eingingen.

Finanzielle Aufwendungen und Zusammenarbeit mit Vertragsfirmen

Neben den staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdiensten sind auch Vertragsfirmen maßgeblich an den Bergungsarbeiten beteiligt. Insgesamt 10,58 Millionen Euro der bereitgestellten Mittel wurden an diese Firmen ausgezahlt. Sie erhielten zudem 1,55 Millionen Euro durch Drittaufträge, die vom Bund oder ehemaligen Bundesbehörden finanziert wurden. Diese Zusammenarbeit ermöglicht die Bewältigung der umfangreichen Räumaufgaben im Rahmen der Kampfmittelbeseitigung.

Link zur Quelle

Auch interessant:

STRABAG erhält Großauftrag für den Bau des Pfaffensteigtunnels

STRABAG erhält Großauftrag für den Bau des Pfaffensteigtunnels

Der Bau des Pfaffensteigtunnels ist ein zentrales Infrastrukturvorhaben im Rahmen des Ausbaus der Gäubahn im Südwesten Deutschlands. STRABAG, in Zusammenarbeit mit ZÜBLIN, hat nach zweijähriger Planung und Bauvorbereitung den Auftrag zur baulichen Umsetzung mehrerer...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...