Der Bau des Pfaffensteigtunnels ist ein zentrales Infrastrukturvorhaben im Rahmen des Ausbaus der Gäubahn im Südwesten Deutschlands. STRABAG, in Zusammenarbeit mit ZÜBLIN, hat nach zweijähriger Planung und Bauvorbereitung den Auftrag zur baulichen Umsetzung mehrerer Vergabepakete des Projekts ABS Gäubahn Nord / Pfaffensteigtunnel erhalten. Dieses Projekt wird die grenzüberschreitende Anbindung zwischen Stuttgart und der Schweiz verbessern und spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Stärkung einer klima- und zukunftsorientierten Mobilität. Auftraggeber ist die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.
Details zum Bau des Pfaffensteigtunnels
Der Pfaffensteigtunnel erstreckt sich über eine Länge von rund 11 Kilometern und wird zweiröhrig und jeweils eingleisig gebaut. Er verbindet den Stuttgarter Flughafen-Fernbahnhof mit der bestehenden Trasse der Gäubahn. Dadurch werden künftig deutlich kürzere Fahrzeiten zwischen Stuttgart und der Schweizer Grenze ermöglicht. Das Projekt ist in zwei Planfeststellungsabschnitte unterteilt: Der erste Abschnitt umfasst die Errichtung des ca. 11 km langen Haupttunnels, von denen 9,8 km mit zwei Tunnelbohrmaschinen aufgefahren werden. Die Unterquerung der Autobahn A8 und der Neubaustrecke mitsamt Anschluss an den unterirdischen Fernbahnhof erfolgt in konventioneller Bauweise.
Abschnittsweite Realisierung und Anpassungen
Der zweite Planfeststellungsabschnitt beinhaltet einen ca. 240 Meter langen Tunnelabschnitt in offener Bauweise mit anschließendem Trogbauwerk sowie die oberirdischen Anbindungen bis zur S-Bahn-Station Sindelfingen-Goldberg. Hierzu gehören mehrere Stützbauwerke, Eisenbahnunterführungen und ein Überwerfungsbauwerk. Darüber hinaus wird die ca. 3 km lange oberirdische Strecke auf eine Geschwindigkeit von 200 km/h angepasst und teilweise neu trassiert sowie vollständig ertüchtigt. Diese Maßnahmen sollen die Mobilitätswende in der Region weiter vorantreiben und die transeuropäische Vernetzung stärken.
Partnerschaftsmodell für mehr Effizienz
Der Pfaffensteigtunnel wird im Rahmen eines Partnerschaftsmodells Schiene realisiert. Die Integrierte Projektabwicklung (IPA) ist ein Mehrparteien-Vertragsmodell, das die Planung und Ausführung komplexer Bauvorhaben effizienter gestaltet. Alle beteiligten Partner:innen bringen ihre Expertise bereits in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung ein, was zu beschleunigten Prozessen und Kosteneinsparungen führt. „Der Pfaffensteigtunnel ist weit mehr als ein beeindruckendes Infrastrukturprojekt,“ stellt Jörg Rösler, Vorstand für das Segment Nord + West der STRABAG SE, fest. „Gleichzeitig unterstreicht das Projekt die Bedeutung partnerschaftlicher Vertragsmodelle als Schlüssel zur Beschleunigung von Infrastrukturprojekten.“
Umsetzung durch STRABAG und Partner
Mehrere Konzerneinheiten sind an drei Vergabepaketen beteiligt, wodurch STRABAG einen wesentlichen Beitrag zur baulichen Umsetzung des Pfaffensteigtunnels leistet. Das Vergabepaket 2, welches den Tunnelbau betrifft, wird durch die Ed. Züblin AG in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG übernommen. Das Vergabepaket 3 umfasst den Erdbau, den STRABAG eigenverantwortlich übernimmt. Das Vergabepaket 4 betrifft den konstruktiven Ingenieurbau, welcher ebenfalls von der Ed. Züblin AG in Zusammenarbeit mit der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG ausgeführt wird.




