Pilotprojekt: Einsatz von Stahlfasertübbings im Tunnelbau der U5

27.04.2026

Im Rahmen des Baus der neuen U-Bahnlinie U5 in Hamburg werden erstmals in Deutschland Stahlfasertübbings im Tunnelbau eingesetzt. Diese Maßnahme ermöglicht eine erhebliche Reduzierung des Stahlanteils bei gleichbleibender Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit. Die Einführung dieser Tübbings ist Teil der umfassenden CO2-Reduktionsstrategie für die U5 und ein bedeutender Schritt in Richtung klimagerechterer Infrastrukturprojekte.

Zustimmung im Einzelfall für innovative Bauweise

Die Verwendung von Stahlfasertübbings im Bau der U5 wurde durch eine „Zustimmung im Einzelfall“ (ZiE) der technischen Aufsichtsbehörde ermöglicht. Damit konnte die Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus den Unternehmen ZÜBLIN und Wayss & Freytag, den Weg für ihre Nutzung im Tunnelbau bereiten. Diese Tübbings werden ab 2027 im ersten Bauabschnitt mittels einer Tunnelbohrmaschine verbaut.

Reduzierung des Stahlbedarfs um 60 Prozent

Ein entscheidender Vorteil der Stahlfasertübbings liegt in der Reduzierung des Stahlbedarfs um etwa 60 Prozent im Vergleich zu konventionellen Tübbings, ohne Kompromisse bei der Sicherheit und Stabilität. Dieses Ziel wird durch das Ersetzen der klassischen Stahlbewehrung durch fein verteilte Stahlfasern im Beton erreicht. Der geringere Materialeinsatz trägt wesentlich zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei und unterstützt somit die nachhaltigen Bestrebungen der U5.

Umfassende Materialuntersuchungen und Genehmigung

Die Genehmigung für die Nutzung von Stahlfasertübbings basiert auf umfangreichen Prüfungen und Nachweisen, die unter anderem die Tragfähigkeit, das Rissverhalten, die Materialzusammensetzung sowie die Dauerhaftigkeit betreffen. An diesen Prüfverfahren waren die Technische Universität München, ein Materialprüfungsamt für das Bauwesen und unabhängige Prüfingenieure beteiligt.

Weiterführende Maßnahmen zur CO2-Reduktion

Neben den Stahlfasertübbings umfasst die CO2-Reduktionsstrategie der U5 weitere Maßnahmen. Dazu gehören der Einsatz von CO2-reduziertem Bewehrungsstahl, klinkerarmen Zementen sowie der Test von elektrischen Baumaschinen auf der Baustelle. Zukünftige Schritte sehen die Erprobung innovativer Betonrezepturen vor, um zusätzliche Emissionsreduktionen zu realisieren.

Rolle der Ed. Züblin AG

Die Ed. Züblin AG mit Hauptsitz in Stuttgart beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter und zählt zu den größten Bauunternehmen Deutschlands. Als führende Marke des STRABAG-Konzerns im Hoch- und Ingenieurbau, hat ZÜBLIN in zahlreichen Projekten umfassende Erfahrung gesammelt und setzt diese nun für die innovative Umsetzung der U5 ein.

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