Bauindustrie: „Sondervermögen wegweisend und unerlässlich“

14.03.2025

Die CDU/CSU und SPD haben eine Einigung über ein Sondervermögen mit dem Titel „Infrastruktur Bund/Länder/Kommunen“ erzielt. Dieses Sondervermögen zielt darauf ab, finanzielle Mittel gezielt und zweckgebunden für Infrastrukturprojekte einzusetzen. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, hebt die Bedeutung dieser Einigung hervor:

Dringlichkeit der Investitionen in die Infrastruktur

In Deutschland gibt es zahlreiche marode Brücken, Straßen, Schienen und Wasserstraßen. Darüber hinaus besteht ein dringender Bedarf, die Leitungsinfrastrukturen auszubauen. Diese Mängel gefährden nach Angaben Müllers die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. „Fakt ist: Marode Brücken, Straßen, Schienen und Wasserstraßen sowie ausbaubedürftige Leitungsinfrastrukturen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Darauf weisen wir seit Jahren hin“, konstatiert Müller.

Politische und sicherheitspolitische Aspekte der Infrastruktur

Die geopolitische Lage hat sich in den letzten Jahren verändert, was die militärische Mobilität stärker in den Fokus rückt. Müller betont, dass „der kritische Zustand von Deutschlands ziviler Infrastruktur nicht mehr nur wirtschaftlich, sondern mittlerweile leider auch sicherheitspolitisch eine erhebliche Belastung darstellt“. Diese sicherheitspolitischen Aspekte machen Investitionen noch dringender.

Das Sondervermögen bietet die Möglichkeit, finanzielle Mittel mit klar definierten Zielvorgaben einzusetzen. Dies könnte laut Müller die Planungssicherheit für Infrastrukturprojekte erheblich erhöhen.

Wichtige Investitionen für ein starkes Deutschland

Für Deutschland als Industriestandort ist eine leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich. Als NATO-Mitglied muss sich das Land auf den internationalen Wettbewerb konzentrieren und auch seine Verteidigungsfähigkeit stärken. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und mögliche geopolitische Veränderungen durch die USA erhöhen den Druck, sowohl in die Unabhängigkeit Europas zu investieren als auch die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen.

Müller beschreibt die Einigung als potenziellen „Befreiungsschlag“, sofern die nötigen politischen Mehrheiten erreicht werden. Eine funktionierende und moderne Infrastruktur ist nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein sicherheitspolitischer. Das Sondervermögen könnte durch konzentrierte und zweckgebundene Mittelverwendung eine stabile Grundlage für die Zukunft schaffen.

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