Bauwirtschaft Baden-Württemberg kritisiert Entlastungsprämie

14.04.2026

Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg hat sich kritisch zur vom Koalitionsausschuss beschlossenen steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie von 1.000 Euro für Arbeitnehmer geäußert. Der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller, formulierte deutliche Bedenken hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen dieser Prämie auf Bauunternehmen. Möller erklärte: „Die Prämie ist zwar freiwillig, setzt Unternehmen aber durch die Erwartungshaltung der Beschäftigten massiv unter moralischen Druck. Eine solche zusätzliche Kostenbelastung ist in der momentanen Lage Gift insbesondere für kleine und mittlere Betriebe in der Bauwirtschaft. Die Bauunternehmen haben schließlich selbst mit den enormen Preissteigerungen bei Energie und Baumaterialien zu kämpfen, die durch den Irankrieg verursacht werden.“

Kostensteigerungen bei Baustoffen und Dieselpreisen

Thomas Möller machte zudem auf die erheblichen Kostensteigerungen bei mineralölbasierten Baumaterialien wie Bitumen oder Asphalt aufmerksam. Diese Preisentwicklungen bringen Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da die Bauunternehmen die gestiegenen Kosten oftmals nicht an die Auftraggeber weitergeben können. Möller fügte hinzu, dass der dramatische Anstieg der Dieselpreise die Firmen zusätzlich stark belaste, da 41 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfielen. In einer Phase anhaltend hoher Energiepreise könnten sich außerdem energieintensive Baumaterialien wie Zement oder Stahl zukünftig spürbar verteuern.

Forderung nach gezielteren Hilfen

Möller kritisierte weiter, dass die Entlastungsprämie für Arbeitnehmer aus Sicht der Bauunternehmen in die falsche Richtung gehe: „Sie belastet die Firmen, die durch hohe Kosten und eine überbordende Bürokratie ohnehin stark gebeutelt sind, zusätzlich.“ Möller schlägt stattdessen vor, dass die Bundesregierung gezielte Hilfen bereitstellen sollte, um besonders betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie etwa Pendler, zu entlasten, anstatt Hilfen pauschal nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen.

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