Die BAUINDUSTRIE zum Weltfrauentag

06.03.2026

Der Beruf des Bauingenieurs gewinnt zunehmend an Attraktivität unter Frauen. Derzeit sind 30 Prozent der Bauingenieurstudierenden Frauen. Diese Zahl verdeutlicht einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu vor 25 Jahren, als der Anteil bei nur 20 Prozent lag. Insgesamt sind aktuell 60.150 Studierende im Fachbereich Bauingenieurwesen eingeschrieben, wovon 18.200 weiblich sind. Jutta Beeke, BAUINDUSTRIE-Vize-Präsidentin und Geschäftsführerin von ECHTERHOFF, kommentiert: „Immerhin sind von den derzeit 60.150 Studierenden des Fachs Bauingenieurwesen 18.200 weiblich.“

Rückgang der Studienanfänger im Bauingenieurwesen

Beeke äußert jedoch Besorgnis über den Rückgang der Studienanfängerzahlen im Bauingenieurwesen in den letzten zehn Jahren. Besonders betroffen sind auch weibliche Studienanfänger. Im Wintersemester 2024/25 schrieben sich nur noch 2.720 Frauen in das Bauingenieurwesen ein, trotz einer Verdopplung gegenüber vor zwanzig Jahren. Trotzdem stellt dies einen Rückgang um 13 Prozent verglichen mit dem Höchststand vor 11 Jahren dar. Beeke betont die Bedeutung, den Beruf als zukunftsträchtig und gesellschaftlich relevant hervorzuheben, um weiterhin das Interesse zu fördern.

Interesse von Frauen an gewerblichen Berufen im Baugewerbe

Gleichzeitig verzeichnet man eine Zunahme des Interesses von Frauen an gewerblichen Berufen, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Beeke erklärt, dass durch technologische Innovationen innerhalb der Branche neue Möglichkeiten für Frauen in Berufen wie der Zimmerei oder als Baugeräteführerinnen entstanden sind. Dennoch bleibt der Frauenanteil im Bauhauptgewerbe insgesamt niedrig, was auf den hohen Anteil gewerblicher Beschäftigter (70 Prozent der Gesamtbeschäftigten) zurückzuführen ist.

  • Bauhauptgewerbliche Berufe: 2,3 Prozent Frauenanteil (2013: 1,3 Prozent)
  • Bauhauptgewerbliche Ausbildungsberufe: 4,8 Prozent Frauenanteil (2018: 1,8 Prozent)
  • Gesamtanteil im Bauhauptgewerbe: 11 Prozent (2001: 9 Prozent)

Gehaltsunterschiede und Tarifstrukturen

Ein weiteres Thema ist die bestehende Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen im Baugewerbe. Der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen liegt 22 Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen. Beeke weist darauf hin, dass die Unternehmen der Branche nach Tarif zahlen, welcher keine geschlechtsspezifischen Unterschiede beinhaltet. Die Gehaltsunterschiede seien eher auf unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und die Erfahrungsunterschiede zwischen langjährigen männlichen und relativ neueren weiblichen Mitarbeitern zurückzuführen. Dennoch ist es erklärtes Ziel der BAUINDUSTRIE, diese Unterschiede zu verringern.

Ressourcen und Netzwerkinitiativen

Die Angaben und Berechnungen in diesem Artikel basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes, der Bundesagentur für Arbeit und der Soka-Bau. Weitere Informationen und Unterstützung für Frauen im Bauwesen bietet das FrauenNetzwerk-Bau der BAUINDUSTRIE.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Große Flottenstärkung bei Galabauer Gzimi mit Cat-Baumaschinen

Große Flottenstärkung bei Galabauer Gzimi mit Cat-Baumaschinen

Galabauer Gzimi, ein Unternehmen aus Olching, hat im Zuge seiner kontinuierlichen Modernisierungsstrategie in 26 Baumaschinen des Herstellers Cat investiert. Dies stellt einen entscheidenden Schritt dar, um die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit in der Region...

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

In der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe seit 2015, wird derzeit die historische Kaimauer am Kehrwieder saniert. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die über 100 Jahre alten Bauwerke deutliche Abnutzungserscheinungen und Schäden aufweisen. Ziel ist...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...