Erdbebenzonen

24.04.2021

Die mögliche Intensität von Erdbeben unterscheidet sich regional. Daher wurden in Deutschland Erdbebenzonen eingeführt, die in einer Erdbebenzonenkarte dargestellt werden. Je höher die Zone, desto stärker ist der Erdbebeneinfluss auf ein Bauwerk.

Insgesamt gibt es 4 Zonen, die von 0 bis 3 durchnummeriert werden. Die Zonen decken allerdings nicht die komplette Fläche von Deutschland ab. Bei Bereichen außerhalb dieser Zonen sind Erdbeben beim Bau nicht zu berücksichtigen. Die Verteilung der Zonen geht aus der nachfolgenden Karte hervor.

Karte der Erdbebenzonen von Deutschland
Karte der Erdbebenzonen von Deutschland

In hoher Auflösung kann die Karte hier heruntergeladen werden.

Die Erdbebenzonenkarte war ursprünglich Bestandteil der Norm DIN 4149 („Bauten in deutschen Erdbebengebieten – Lastannahmen, Bemessung und Ausführung üblicher Hochbauten“).

Im Zuge der Angleichung der Normung im europäischen Raum wurde der Eurocode 8 eingeführt, der Vorgaben zur Bemessung und Konstruktion von Bauwerken unter Gesichtspunkten der Erdbebensicherheit macht. Dies mündete in der Einführung der Norm DIN EN 1998-1 („Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Teil 1: Grundlagen, Erdbebeneinwirkungen und Regeln für Hochbauten“). In deren nationalem Anhang ist nun die Erdbebenzonenkarte zu finden, die DIN 4149 ist nicht mehr gültig.

Jede Erdbebenzone deckt einen Bereich mit unterschiedlicher Erdbebenintensität ab, die als Zahlenwert auf der Europäischen Makroseismischen Skala angegeben wird.

  • Erdbebenzone 0: Intensität liegt zwischen 6,0 und 6,5
  • Erdbebenzone 1: Intensität liegt zwischen 6,5 und 7,0
  • Erdbebenzone 2: Intensität liegt zwischen 7,0 und 7,5
  • Erdbebenzone 3: Intensität liegt höher als 7,5

Außerhalb der Zonen liegt die Intensität des Bebens unter dem Wert von 6,0, wobei sich alle Intensitäten auf ein Erdbeben mit einer Wiederkehrperiode von 475 Jahren beziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Beben in 50 Jahren nicht überschritten wird, liegt bei 90 %.

Die Angabe der Erdbebenzone alleine ist für die Bemessung von Bauwerken nicht ausreichend. Ebenfalls notwendig ist die Angabe der Untergrundklasse und der Baugrundklasse.

Linktipp: Wer wissen möchte, in welcher Erdbebenzone seine Stadt liegt, dem sei die Seite des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) des Helmholtz-Zentrums Potsdam empfohlen. Hier kann ein Ortsname in ein Eingabefeld eingegeben werden und die zugehörige Erdbebenzone und Untergrundklasse werden zurückgegeben.

Auch interessant:

Startschuss für den Kabelzug: SuedOstLink vor Zeitplan

Startschuss für den Kabelzug: SuedOstLink vor Zeitplan

Der SuedOstLink, ein wichtiges Projekt der Energiewende, macht bedeutende Fortschritte. Der Abschnitt A1, der von der Firma PORR Verkehrswegebau Berlin im Auftrag von 50Hertz realisiert wird, umfasst eine Erdkabeltrasse von 29,6 Kilometern Länge. Bereits jetzt...

750 Mikropfähle für neues Zentralklinikum Diepholz

750 Mikropfähle für neues Zentralklinikum Diepholz

Im niedersächsischen Borwede wird bis Ende 2028 ein neues Zentralklinikum errichtet, das drei kleinere Krankenhäuser im Landkreis Diepholz ersetzen soll. Das Bauprojekt auf einer neun Hektar großen Fläche ist eine zentrale Komponente der umfassenden Strategie zur...

Der Liebherr R 938 im Nassbaggerbetrieb für Ghent Dredging

Der Liebherr R 938 im Nassbaggerbetrieb für Ghent Dredging

Liebherr, bekannt für seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Spezialbaggern, hat einen neuen Raupenbagger speziell für Ghent Dredging entwickelt: den R 938, der am Binnenhafen in Béthune, Nordfrankreich, zum Einsatz kommt. Das Unternehmen Ghent Dredging...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...