Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bauwirtschaft sowie die baunahen Dienstleistungen 74 Todesfälle infolge von Arbeitsunfällen. Das entspricht nahezu einem tödlichen Vorfall an jedem vierten Werktag. Zusätzlich sterben jährlich etwa 400 Menschen aufgrund von Berufskrankheiten, die durch frühere Exposition gegenüber Stoffen wie Staub oder Asbest verursacht wurden.
Aktionen zum Workers‘ Memorial Day
Der Workers‘ Memorial Day, der jedes Jahr am 28. April begangen wird, erinnert an die Verstorbenen und ihre Familien. In Würzburg organisiert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) eine zentrale Gedenkveranstaltung, an der auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) teilnimmt. Dieses Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Sag STOPP, wenn es gefährlich ist“ und soll dazu anregen, gefährliche Arbeitssituationen aktiv zu vermeiden.
Rolle von Unternehmen und Beschäftigten im Arbeitsschutz
Mathias Neuser, amtierender Vorsitzender des Vorstandes der BG BAU, betont, dass Arbeitsschutz die Verantwortung des Arbeitgebers sei, jedoch auch jede einzelne Person gefordert ist, Verantwortung für die eigene Sicherheit und die der Kollegen zu übernehmen. „Wer im entscheidenden Moment ‚Stopp‘ sagt, kann Leben retten“, so Neuser. Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU, appelliert an Unternehmen und Beschäftigte, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen ernst zu nehmen und kontinuierlich zu verbessern, um vermeidbare Unfälle zu verhindern.
Förderung sicheren Verhaltens
Viele Unfälle resultieren aus verhaltensbedingten Ursachen wie Unwissen oder Routine. Daher setzt die BG BAU in ihrer Präventionsarbeit auf Verhaltensänderungen. Mit dem Programm „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH.“ sollen sowohl Beschäftigte als auch Arbeitgeber sensibilisiert werden. Die aktuellen Kampagnenmotive ermutigen dazu, bei Gefahr „Stopp“ zu sagen und Verantwortung zu übernehmen. Unternehmen haben die Möglichkeit, Medien zur Prävention direkt bei der BG BAU zu bestellen oder online herunterzuladen, um sie am Arbeitsplatz einzusetzen.
Schweigeminute am 28. April 2026
Am 28. April wird um 12 Uhr mit einer bundesweiten Schweigeminute der Verstorbenen gedacht. Abends um 18 Uhr findet in der Marienkapelle in Würzburg eine zentrale Gedenkveranstaltung mit ökumenischem Gottesdienst statt, um das Andenken an die Opfer zu ehren und das Bewusstsein für Arbeitssicherheit zu stärken.




