Schleppbox

13.11.2022

Bei der Schleppbox handelt es sich um ein Grabenverbaugerät, das im Einstellverfahren eingebaut wird. Das heißt, dass der Graben abschnittsweise zuerst bis auf Solltiefe ausgehoben wird und das Verbaugerät im Anschluss eingestellt wird. Damit eignet es sich nur für ausreichend standfeste Böden, die bis zum Einbau des Verbauelements halten. Die Schleppbox ist ein einfaches und äußerst robustes Grabenverbaugerät.

Schematische Darstellung einer Schleppbox nach DIN 4124
Schematische Darstellung einer Schleppbox nach DIN 4124: (1) Schneidschuh, (2) Riegel des Schneidschuhs, (3) Verbauplatte, (4) Strebe

Realisierbare Grabentiefen

Je nach Hersteller für Grabentiefen von bis zu 3 m bis 4 m realisierbar. Die Rohrdurchlasshöhen bewegen sich in einem Bereich von um die 1,8 m. Über verschiedene Distanzstücke, die der Aussteifung dienen, kann die Schleppbox an die benötigte Grabenbreite angepasst werden.

Einsatzbereiche und Einschränkungen der Schleppbox

Ungeeignet ist das Verfahren in der Regel für den innerstädtischen Bereich, da das Einstellverfahren nicht im Einflussbereich von Bauwerken, Verkehrsflächen oder Leitungen anwendbar ist. Der Aushub erfolgt üblicherweise etwa in einer Breite von 10 cm über die Verbaubox hinaus, wodurch sich Setzungen an der Geländeoberkante einstellen können. Zudem ist der Graben temporär ungestützt und entsprechend von äußeren Lasten freizuhalten. Bei diesem Verfahren kann zudem kaum auf querende Leitungen reagiert werden.

Im freien Feld hingegen kann die Schleppbox sehr wirtschaftlich eingesetzt werden. Hier können Setzungen in einem gewissen Umfang meist hingenommen werden.

Auch bei hohem Grundwasser ist das Verfahren ungeeignet. Hier wäre eine vorlaufende Grundwasserabsenkung notwendig.

Arbeitsverfahren

Die Stirnseiten der Verbaubox bleibt unverbaut. Hier muss entsprechend der Bodenverhältnisse abgeböscht werden. Betreten werden darf jedoch ausschließlich der Bereich, der vollständig durch den Verbau geschützt ist.

Während andere Grabenverbaugeräte üblicherweise nicht durch den Graben gezogen werden dürfen, ist die Schleppbox genau darauf ausgelegt. In Bewegungsrichtung befinden sich beidseitig an den Verbauplatten Schneidschuhkonstruktionen, die beim Ziehen im Graben unterstützend wirken.

Wenn der nächste Abschnitt ausgehoben wurde und die Schleppbox weitergezogen werden soll, ist der Bereich zu verlassen. Sofern vorhanden sind beim Ziehen der Box die Anschlagmittel beidseitig an den hierfür vorgesehenen Schleppösen anzubringen. Andernfalls kann es zu einer Überanspruchung der Platten kommen. Es gibt auch Systeme, bei denen der Bagger an der Aussteifung der Platten gezogen wird. Wie der Ziehvorgang vorzunehmen ist, ist den Herstellervorgaben zu entnehmen.

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