Heidelberg Materials: Stilllegung des Zementwerks in Paderborn

10.03.2026

Heidelberg Materials hat die endgültige Schließung ihres Zementwerks in Paderborn beschlossen. Die Entscheidung resultiert aus einem signifikanten Rückgang der Zementnachfrage in Deutschland, bedingt durch eine schwache Baukonjunktur. Gleichzeitig optimiert das Unternehmen sein Produktionsnetzwerk in Europa. Ein Schlüsselaspekt dieser Optimierung ist die verstärkte Ausrichtung auf CO₂-reduzierte Zemente mit geringerem Klinkeranteil. Diese Zemente stehen den Kunden inzwischen flächendeckend zur Verfügung, wodurch das Werk in Paderborn sein Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Konzerns verliert.

Auswirkungen auf die Belegschaft

Die Schließung betrifft 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Werks. Heidelberg Materials plant, zusammen mit dem Betriebsrat, sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln. Dazu zählen interne Versetzungen an nahegelegene Standorte. In den Zementwerken in der Umgebung, wie in Geseke und Ennigerloh, könnten durch altersbedingte Übergangslösungen freiwerdende Stellen für die Betroffenen zur Verfügung stehen.

Konzernaktivitäten in der Region

Die Schließung betrifft nur das Zementwerk. Andere Aktivitäten von Heidelberg Materials in der Region bleiben unverändert. Dazu gehört der Betrieb des Steinbruchs Paderborn, der von der Tochtergesellschaft Mineralik betrieben wird, sowie das lokale Betonwerk, dessen Betrieb weiterhin fortgeführt wird.

Nutzung und Zukunft von Ternocem®

Das Paderborner Werk war Standort des kleinsten Drehrohrofens von Heidelberg Materials Deutschland. Seit 2022 wurde dieser Ofen im Versuchsbetrieb zur Herstellung des Zements Ternocem® genutzt, der wesentlich weniger CO₂-Emissionen verursacht als herkömmlicher Portlandzementklinker. Die Entwicklung von Ternocem® wird an einem anderen Standort weitergeführt.

Unternehmensprofil von Heidelberg Materials

Heidelberg Materials ist ein global führender Hersteller von Baustoffen und -lösungen mit starker Marktstellung in den Segmenten Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton. Mit etwa 50.000 Beschäftigten in fast 50 Ländern nutzt das Unternehmen seinen globalen Vorteil, um Synergien in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und technische Exzellenz zu schaffen. Heidelberg Materials sieht sich als Vorreiter auf dem Weg zur Klimaneutralität und unterstützt seine Kunden mit einem wachsenden Angebot an CO₂-reduzierten und zirkulären Baustoffen auf dem Pfad zu einer nachhaltigeren Zukunft.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Brückenabbruch am Darmstädter Kreuz (Hessen)

Brückenabbruch am Darmstädter Kreuz (Hessen)

Am Darmstädter Kreuz, einem der zentralen Verkehrsknotenpunkte in Hessen, wurde ein umfangreicher Brückenrückbau durchgeführt. Das Unternehmen Peter Kolb GmbH, im Auftrag von Eiffage Infra-Südwest, setzte modernste Abbruchtechnik ein, um die bestehende...

Umwandlung der Chuquicamata-Mine in einen Untertagebetrieb

Umwandlung der Chuquicamata-Mine in einen Untertagebetrieb

STRABAG SE, ein führender europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen, hat in Chile bedeutende Aufträge im Wert von 800 Millionen Euro erhalten. Diese betreffen die Umwandlung der Chuquicamata-Mine, die ehemals größte Kupfer-Tagebaumine der Welt, in einen...

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

Die GeoTHERM expo & congress 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie in Europa. Mit einer Besucherzahl von 8.688 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern konnte ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden....

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...