Seit 2024 befindet sich das Märkische Museum in Berlin-Mitte in einer umfassenden Sanierungsphase. Diese Maßnahmen zielen nicht nur auf die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung ab, sondern umfassen auch die barrierefreie Erschließung und eine Anpassung der Ausstellungsflächen. Ein zentraler Aspekt ist zudem der Brandschutz sowie die Instandsetzung der historischen Bausubstanz.
Die Gründungsarbeiten spielen hierbei eine entscheidende Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Grundwasserabsenkungen, die das Gebäude in den 1940er und 1960er Jahren beeinträchtigt hatten. Ein aktuelles Baugrundgutachten legte nahe, die bestehende Gründung zu sanieren und abzudichten.
Pfahlgründung zur Stabilisierung des Bauwerks
Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH übertrug der SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH die Aufgabe der Pfahlgründung im Kellergeschoss. Silvio Stadach, der Projektleiter bei SPESA, erklärt: „Insgesamt wurden 195 Pfähle mit einer Länge von bis zu 10 m eingebracht.“ Hierbei kamen Selbstbohranker des Typs Ischebeck TITAN in den Durchmessern 40/16, 52/26 und 73/53 zum Einsatz. Ein Vorteil dieses Systems besteht darin, dass die Anker zugleich als Bohrgestänge, Injektionsleitung und Verankerung fungieren. Dieser Umstand erlaubt es, auf eine separate Verrohrung des Bohrlochs zu verzichten, was Zeit und Kosten spart.
Herausforderungen bei beengten Arbeitsverhältnissen
Eine signifikante Herausforderung bei der Sanierung stellte die beengte Arbeitssituation im Keller des Märkischen Museums dar. Laut Silvio Stadach betrug die maximale Raumhöhe lediglich 2,6 m. Teilweise war der Einbau der Pfähle nur mit Handlafetten möglich, da nicht alle Räume für das Bohrgerät zugänglich waren. Zur Durchführung der Arbeiten nutzte SPESA ein Ankerbohrgerät des Typs KLEMM KR 701. Dieses Gerät wurde mit einer Lafette, einem Bohrantrieb, einem Schlagwerk und einem elektrischen Powerpack ausgestattet. Unterstützt wurden die Arbeiten von der BAUER Spezialtiefbau GmbH, die das Gerät zur Verfügung stellte. Das verwendete Bohrgerät war aufgrund der niedrigen Raumhöhen besonders geeignet.
Fertigstellung der Arbeiten
Die Hauptarbeiten für die Pfahlgründung begannen im März und fanden ihren Abschluss Anfang Juni 2025. Restarbeiten wurden im Oktober desselben Jahres abgeschlossen. Trotz der schwierigen Bedingungen in den beengten Kellerräumen konnte die Gründung erfolgreich stabilisiert werden, was einen wesentlichen Beitrag zur fortlaufenden Sanierung dieses bedeutenden historischen Gebäudes leistet.



