Schluff

22.04.2021

Schluff mag vielen noch kein Begriff sein und möglicherweise auch etwas seltsam klingen. Doch vielen wird er begegnen, wenn sie ein Haus bauen wollen.

Der Begriff beschreibt zweierlei: Zum einen handelt es sich um das Intervall einer Korngröße von Einzelkörnern zwischen 0,002 und 0,063 Millimetern, also sehr kleinen Bodenpartikeln. Zum anderen wird auch ein Boden, der zumindest aus 50 % solcher Einzelkörnern besteht, als Schluff bezeichnet.

Lesen Sie auch ...
GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

Die GeoTHERM expo & congress 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie in Europa. Mit einer Besucherzahl von 8.688 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern konnte ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden....

BVMB begrüßt Infrastruktur-Zukunftsgesetz

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz hat seine erste parlamentarische Hürde genommen und die erste Lesung im Deutschen Bundestag erfolgreich passiert. Dieses Gesetzesvorhaben zielt auf eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Straßen-, Schienen- und...

Ein oft analog verwendeter Begriff ist Silt.

Als Korngrößenintervall liegt Schluff zwischen den Korngrößen von Ton und Sand. Im Bodengutachten findet sich oft die Kurzbezeichnung „U“, die auf die Norm DIN 4022 zurückgeht.

Schluff tritt im Boden selten alleine auf, meistens sind auch Ton- und Sandanteile enthalten. Die Mischung aus diesen drei Kornfraktionen wird dann oft als Lehm bezeichnet, was ein doch deutlich bekannterer Begriff ist.

In der Baugrube kann Schluff sehr tückisch sein. Wenn er komplett trocken ist, ist er mitunter sehr hart. Auch schwere LKWs und Baumaschinen können über Schluffboden fahren ohne, dass er davon groß beeinträchtigt wird. Sobald Wasser ins Spiel kommt, ändert sich das dramatisch, da es sich um einen sehr wasserempfindlichen Boden handelt. Er verliert dann seine Festigkeit und wird sehr schnell weich oder gar breiig.

Das Resultat ist nicht selten ein völlig zerstörtes Planum, auf dem nichts mehr aufgebaut werden kann. Oft bleibt dann nichts anderes übrig, als den aufgeweichten Schluff zu entfernen und durch gut verdichtbaren Boden auszutauschen.

Dies kann durch umsichtiges Bauen vermieden werden. Wenn zu erwarten ist, dass die Baugrube in Schluffboden liegt, dann enthält das Bodengutachten oft wertvolle Hinweise, wie damit in der Bauausführung umzugehen ist.

Positiv zu erwähnen ist, dass Schluff bei wenigstens steifer Konsistenz recht standfest ist und Böschungen unter einem größeren Winkel als beispielsweise bei nichtbindigen Sanden oder Kiesen angelegt werden können.

Auch interessant:

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

GeoTHERM expo & congress 2026 erfolgreich

Die GeoTHERM expo & congress 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als führende Fachmesse mit Kongress für Geothermie in Europa. Mit einer Besucherzahl von 8.688 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern konnte ein leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden....

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Wacker Neuson und STRABAG an der Hamburger Elbchausee

Die Hamburger Elbchaussee, eine der bekanntesten Straßen der Hansestadt, steht derzeit im Mittelpunkt eines ambitionierten Infrastrukturprojekts. Ziel ist die umfassende Modernisierung eines rund 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Betty-Levi-Passage und dem...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...