Im April 2026 versammelten sich rund 350 Experten des Spezialtiefbaus zu den „Schrobenhausener Tagen“, einer Veranstaltung, die von der BAUER Spezialtiefbau GmbH organisiert wurde. Das Leitthema der diesjährigen Veranstaltung lautete „Den Baugrund verbessern – die Unsicherheit umarmen“, wobei die komplexen Herausforderungen im Spezialtiefbau, wie Baugrundverhältnisse, Nachhaltigkeit und Sicherheitsaspekte, im Mittelpunkt standen.
Projekte aus Bayern im Fokus
Der erste Themenblock widmete sich bayerischen Projekten. Dietmar Seitz von Bauer Spezialtiefbau eröffnete mit praxisnahen Einblicken. Dr. Andreas Bauer von Uniper Kraftwerke GmbH erläuterte die nachhaltige Sanierung eines Oberbeckens in Happurg. Projektleiter Andreas Twrznik und Statikerin Nadine Reisner erklärten die digitale 3D‑Planung bei der Schleuse Hessigheim, die eine präzise Ausführung ermöglicht. Die Kombination aus Baugrundverbesserung und Trinkwasserschutz bei dem „Bahntrasse in Eschborn“-Projekt wurde von Bauer-Bauleiter Malte Truschkowski vorgestellt.
Der Einsatz von datenbasierten Ansätzen im Risikomanagement großer Projekte wurde von Project Director Niklas Haag und Digitalisierungsmanager Jonas Gottwald beleuchtet. Während der Mittagspause nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich bei der ausgestellten Technik der BAUER Maschinen GmbH über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.
Internationale Perspektiven und Entscheidungsprozesse
Im anschließenden Block wurden internationale Projekte und Entscheidungsprozesse betrachtet. Jason Redgers und Eleonora Di Mario von Bauer berichteten über fundierte Entscheidungen unter hohem Zeitdruck bei Infrastrukturvorhaben. Basil Ogunmakin, David Stone und Steve Owen erläuterten Methoden zur nachhaltigen Stabilisierung inhomogener Böden. Cyril Sleiman beschrieb die Einsatzmöglichkeiten spezifischer Bodenmischverfahren.
Umgang mit Unsicherheiten im Spezialtiefbau
Der Themenblock zur „Umarmung der Unsicherheit“ behandelte den Umgang mit Ungewissheiten. Prof. Paulus von der Parahyangan Catholic University demonstrierte anhand von Erdrutschereignissen, wie mit „unerwarteten Überraschungen“ in der Geotechnik umzugehen sei. Dr. Jörg Zimbelmann und Dr. Karsten Beckhaus sprachen über harmonisierte Ausführungsnormen, während Félix Paul das Vertragsmanagement diskutierte. Prof. Manfred Spitzer setzte einen interdisziplinären Akzent mit einem Vortrag über die psychologischen Aspekte von Unsicherheit.
Abschließend unterstrich Harald Heinzelmann die Bedeutung, Unsicherheiten im Spezialtiefbau frühzeitig zu erkennen und aktiv anzusprechen. Der Tag wurde mit einem geselligen bayerischen Abend abgerundet, der Raum für informelle Gespräche und den weiteren fachlichen Austausch bot.




