Die österreichische Baugesellschaft STRABAG hat zusammen mit ihrer Konzerntochter ZÜBLIN einen Großauftrag im Bereich Wasserstraßenbau erhalten. Der Auftrag umfasst den Ersatzneubau der Schleuse Erlangen am Main-Donau-Kanal und wurde vom Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg vergeben. Das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich auf etwa 380 Millionen Euro, wobei STRABAG einen Anteil von 90 Prozent innehat.
Strategische Bedeutung und bestehende Bauprojekte
Dieses Projekt markiert das zweite Schleusenbauprojekt in der Region für die Arbeitsgemeinschaft von STRABAG, ZÜBLIN und der Bauer Spezialtiefbau GmbH. Sie arbeitet bereits seit 2024 am nahegelegenen Ersatzneubau der Schleuse Kriegenbrunn. Nach Angaben von Jörg Rösler, Vorstandsmitglied der STRABAG SE, unterstreicht der Auftrag die Bedeutung und die starke Position der Firma im Bereich der Wasserstraßeninfrastruktur.
Wichtiger Meilenstein für die Wasserstraßenmodernisierung
Wasserstraßen sind essenziell für den Transport großer Warenmengen und tragen somit erheblich zur Wirtschaft bei, indem sie Lieferketten sichern und industrielle sowie Handelsregionen verbinden. Der Investitionsbedarf ist hoch, um die Wasserstraßen in einem zukunftsfähigen Zustand zu erhalten. Der Neubau der Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen wird als entscheidender Schritt in der Modernisierung dieser Infrastruktur gesehen.
Bauweise und technische Details der neuen Schleuse
Die bestehende Schleuse Erlangen wurde in den frühen 1970er Jahren in Betrieb genommen und eine Sanierung ist aufgrund des baulichen Zustands nicht möglich. Aus diesem Grund wird ein Neubau erforderlich, der etwa 300 Meter nördlich der derzeitigen Schleuse errichtet wird. Die neue Schleusenkammer wird in Massivbauweise erstellt, mit einem besonderen Fokus auf die Reduzierung der Fugenanzahl zur Sicherstellung der Langlebigkeit. Die Kammer wird eine vergrößerte Breite von 12,50 Metern und eine Länge von 190 Metern aufweisen.
Komplexes Bauvorhaben mit ökologischen Aspekten
Das Neubauprojekt beinhaltet den Bau eines Schleusenkomplexes mit Einlaufbauwerk, Oberhaupt, Schleusenkammer, Auslaufbauwerk, seitlich angeordneten Sparbecken und einem Leerschuss zur Wasserbewirtschaftung des Kanals. Der Leerschuss ermöglicht den parallelen Wasserabfluss zur Schleuse. Durch die Planung der Sparbecken wird bei jedem Schleusungsvorgang etwa 60 Prozent Wasser eingespart, was den ökologischen Anforderungen Rechnung trägt.
Bauzeit und Betrieb während der Bauphase
Die Bauarbeiten sind bis 2033 angesetzt und während dieser Zeit bleibt der Main-Donau-Kanal uneingeschränkt in Betrieb. Erst nach der Fertigstellung des Neubaus wird die bestehende Schleuse ersetzt, sodass die Verkehrsader für Binnenschiffe kontinuierlich genutzt werden kann. STRABAG SE zeigt sich als führender Technologiekonzern im Bereich Bau mit einem umfassenden Portfolio, das vom Bau über den Betrieb bis hin zum Rückbau reicht.



