Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat der ESSO Deutschland GmbH die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme im Erlaubnisfeld Hemslingen II erteilt. Das Gebiet umfasst etwa 284 Quadratkilometer und erstreckt sich von Soltau und Schneverdingen bis nach Visselhövede und Rotenburg (Wümme). Die Erlaubnis ist bis zum 31. Dezember 2029 befristet. Dies gewährt der Esso Deutschland GmbH das grundsätzliche Recht, Erdwärme in diesem Gebiet zu erkunden.
Prozess der Genehmigung und erforderliche Maßnahmen
Die Esso Deutschland GmbH, eine Tochtergesellschaft von ExxonMobil, hatte den Antrag beim LBEG eingereicht. Das LBEG erteilte daraufhin den betroffenen Landkreisen und Gemeinden die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Erlaubnis zur Aufsuchung gibt Esso jedoch nicht das unmittelbare Recht, mit der Erkundung zu beginnen. Für tatsächliche Aufsuchungshandlungen müssen bergrechtliche Betriebspläne zugelassen werden, was ein gesondertes Beteiligungsverfahren erfordert.
Verbindung zur bestehenden Lithium-Aufsuchung
Bereits zuvor hatte Esso Deutschland GmbH ein Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Lithium in der Region erhalten, das sich mit dem aktuellen Feld Hemslingen II überschneidet. Esso plant bei einer möglichen zukünftigen Produktion von Lithium auch Erdwärme zur energieressourcenschonenden Gewinnung zu nutzen.
Rechtliche Grundlagen und Hintergrundinformationen
Die bergrechtliche Erlaubnis erlaubt die Suche nach bestimmten Rohstoffen wie Erdwärme. Technische Maßnahmen werden dadurch noch nicht gestattet. Ziel der Erkundung ist die Identifikation geeigneter geologischer Schichten für die Nutzung von Tiefengeothermie, die über 400 Meter tief gewonnen wird. Diese Form der Geothermie fällt unter das Bundesbergrecht.
Erdwärme-Nutzung und Geothermie in Norddeutschland
Das LBEG fungiert als zuständige Bergbehörde für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Im gesamten Aufsichtsbezirk hat das LBEG zum 1. März dieses Jahres 55 Erlaubnisse zur Aufsuchung von Erdwärme erteilt. Davon befinden sich 39 in Niedersachsen. Das LBEG bietet sowohl für die Allgemeinheit als auch für Fachpublikum Veranstaltungen an, um über die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Geothermie zu informieren. Der nächste Tag der Geothermie findet 2027 am Hauptsitz in Hannover statt.
Neben seiner Funktion als Bergbehörde ist das LBEG auch der Niedersächsische Geothermiedienst. Hier wird sowohl zu oberflächennaher als auch zu tiefer Geothermie beraten. Das LBEG arbeitet fachlich neutral und wirtschaftlich unabhängig, um geowissenschaftliche Grundlagen zu schaffen und zu pflegen. Weitere Informationen zu Bergbauberechtigungen sind auf der Webseite des LBEG verfügbar.



