Am 1. August 2023 trat die bundesweite Ersatzbaustoffverordnung (EBV) in Deutschland in Kraft, die den Einsatz mineralischer Abfälle wie Bauschutt und Bodenaushub bundeseinheitlich regelt. Ziel der Verordnung ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft. Besonders Recyclingunternehmen stehen vor der Herausforderung, diese neuen fachlichen und organisatorischen Anforderungen umzusetzen.
Einführung der digitalen Einbaukarte in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen fallen jährlich etwa 40 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle an, darunter Straßenaufbruch, Boden, Steine und Bauschutt. Über 94 Prozent dieser Abfälle werden im Straßen- und Wegebau wiederverwendet. Eine wesentliche Anforderung der Ersatzbaustoffverordnung ist die Dokumentation des Einbaus von Recyclingmaterial. Der Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V. (vero) hat in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen eine digitale Einbaukarte entwickelt, um diesen Prozess zu vereinfachen. Das Projekt erhielt eine finanzielle Förderung von 141.000 Euro.
Vorteile und Einsatz der digitalen Einbaukarte
Die digitale Einbaukarte ermöglicht es den Nutzern, die Anforderungen der Ersatzbaustoffverordnung kartografisch und nutzerfreundlich abzubilden. Mit nur wenigen Klicks erhalten Nutzer detaillierte Informationen über den zulässigen Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen, wobei Faktoren wie Einbauweise, Wasserschutzgebiete, grundwasserfreie Sickerstrecken und Bodenart berücksichtigt werden. Diese Anwendung minimiert Unsicherheiten, verbessert Disposition und Absatz und steigert die Effizienz der Projektabwicklung für Recyclingunternehmen. Die Einbaukarte steht kostenlos Mitgliedern des vero, zuständigen Behörden, Straßenbauverwaltungen sowie Bauämtern in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.
Praxiseinsatz und Ausblick
Berthold Heuser, Vorsitzender der Fachgruppe Recyclingbaustoffe beim vero, hebt den praktischen Nutzen der Einbaukarte hervor: Sie bietet ein praxisnahes Werkzeug, das die Komplexität der Ersatzbaustoffverordnung reduziert und den Einsatz von Ersatzbaustoffen erleichtert. Die digitale Einbaukarte trägt zur Ressourcenschonung und zur Akzeptanz der EBV in der Praxis bei. Vero setzt sich dafür ein, dass digitale Karten langfristig als Entscheidungsgrundlage in der Ersatzbaustoffverordnung anerkannt werden. Die Einbaukarte ist ein bedeutender Schritt in Richtung Digitalisierung, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft.



