Der Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e. V. (vero) hat im Vorfeld der Landtagswahl 2026 in Rheinland-Pfalz ein Forderungspapier zur Rohstoffsicherung veröffentlicht. Mineralische Rohstoffe gelten als essenziell für den Wohnungsbau, die Verkehrsinfrastruktur, den Hochwasserschutz, die Energiewende, die Industrieproduktion und die kommunale Daseinsvorsorge. Eine leistungsfähige Gewinnung heimischer Rohstoffe soll Arbeitsplätze sichern, regionale Wertschöpfungsketten stärken und die Versorgungssicherheit gewährleisten.
Politische Rahmenbedingungen für Rohstoffgewinnung
„Rohstoffe sind kein Selbstläufer – ihre Verfügbarkeit ist entscheidend für Wohlstand, Klimaschutz und gesellschaftliche Entwicklung in Rheinland-Pfalz“, erklärt Raimo Benger, Hauptgeschäftsführer des vero. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband von Politik und Verwaltung verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen. Insbesondere wird die verbindliche Sicherung der Rohstoffgewinnung in der Landes- und Regionalplanung gefordert. Im neuen Landesentwicklungsprogramm V (LEP V) soll die Rohstoffgewinnung als überragendes öffentliches Interesse festgeschrieben werden, mit flächendeckenden und verbindlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten.
Ressortübergreifende Rohstoffstrategie
Eine zentrale Forderung ist die Entwicklung einer landesweiten Rohstoffstrategie als wirtschaftspolitisches Instrument. Diese Strategie soll Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit verknüpfen. Dazu gehören klare Flächenvorgaben, langfristige Versorgungsanalysen und eine strukturierte Beteiligung von Wirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Naturschutz.
Wettbewerbsfähigkeit durch Bürokratieabbau
Eine weitere Forderung des Verbandes betrifft die Effizienz von Genehmigungsverfahren für die Rohstoffindustrie. Diese sollen beschleunigt und digitalisiert werden, ohne dass Umwelt- und Sicherheitsstandards darunter leiden. Der Abbau von Bürokratiekosten, die angemessene Ausstattung der Fachbehörden und verbindliche Bearbeitungsfristen sind dabei zentrale Elemente.
Kooperation von Rohstoffgewinnung und Naturschutz
Der vero sieht Möglichkeiten, Naturschutz und Rohstoffgewinnung zu vereinen. Rekultivierte Flächen könnten wertvolle Lebensräume schaffen, deren Leistungen systematisch anerkannt werden sollten. Zudem sollen Kooperationen zwischen Rohstoffwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft gefördert werden.
Technologieoffener Einsatz von Recycling-Baustoffen
Recycling-Baustoffe (RC-Baustoffe) sind ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Trotz ihrer Bedeutung können sie die heimische Rohstoffgewinnung nicht ersetzen. Daher setzt sich vero für bedarfsgerechte, qualitätsorientierte und technisierte Lösungen ein. Öffentliche Ausschreibungen sollen dabei neutral und leistungsbezogen erfolgen.
Zukunftsperspektive für die Rohstoffpolitik
Eine zuverlässige regionale Rohstoffversorgung unterstützt Standort-, Klima- und Infrastrukturpolitik gleichermaßen. Dafür sind klare landesplanerische Vorgaben, eine strategische Rohstoffpolitik und effiziente Verwaltungsprozesse notwendig, um Wirtschaftskraft, Umweltstandards und gesellschaftliche Akzeptanz langfristig zu sichern. Die Landtagswahl 2026 bietet die Gelegenheit, die politischen Weichen für eine zukunftsfähige Rohstoffversorgung zu stellen.



