Bauindustrie: 2024 schwaches Baujahr, aber besser als erwartet

06.03.2025

Zum Jahresende 2024 meldete das Statistische Bundesamt eine Stagnation der realen Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2023. Für das Gesamtjahr 2024 ergibt sich ein preisbereinigtes Umsatzminus von 1,5 Prozent, während nominal ein leichtes Plus von 0,5 Prozent verzeichnet wurde. Die Zahlen beziehen sich auf Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, die real einen Umsatzrückgang von 1,0 Prozent (nominal: +0,8 Prozent) erlebten.

Wohnungsbau versus Tiefbau

Der Wohnungsbau zeigte im Jahr 2024 schwache Ergebnisse, während der Tiefbau trotz der allgemeinen Rezession einen Anstieg der Umsätze verzeichnen konnte. Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, kommentierte: „Das ist zwar besser als von uns ursprünglich erwartet, für unsere Unternehmen aber auch für unser Land trotzdem kein gutes Ergebnis, da vor allem der Wohnungsbau gelitten hat.“

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe waren rückläufig. Für das Gesamtjahr 2024 lagen sie real um 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Dezember 2024 sank der Auftragseingang um real 7,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Müller betonte: „Ein weiterer Umsatzrückgang ist somit vorgezeichnet. Das wären dann fünf Jahre (reale) Baurezession in Folge.“

Ende des Beschäftigtenaufbaus

Im Jahr 2024 sank die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe um 11.500 auf 916.300 Personen, ein Rückgang um 1,2 Prozent. Diese Entwicklung markiert das Ende eines 15-jährigen Beschäftigtenaufbaus. Müller erläuterte: „Damit ist der 15 Jahre andauernde Beschäftigtenaufbau zu Ende. Auch für das laufende Jahr erwarten wir einen weiteren Rückgang um 0,7 Prozent auf dann nur noch 910.000 Beschäftigte.“

Der Tiefbau schnitt im Jahr 2024 vergleichsweise gut ab, wobei der Umsatz um real 5 Prozent stieg (nominal: +7 Prozent). Besonders der Bahn- und Kabelleitungsbau trugen zu diesen positiven Ergebnissen bei. Für das Jahr 2025 erwartet der HDB ein leichtes Umsatzplus von real 0,5 Prozent. Der öffentliche Bau verzeichnete 2024 ein reales Plus von 4 Prozent (nominal: +6 Prozent), wobei für 2025 Stagnation auf Vorjahresniveau prognostiziert wird.

Forderungen von Investitionen

Um den Substanzverlust in der Infrastruktur nachhaltig anzugehen, fordert Müller: „Um dem Substanzverlust bei unserer Infrastruktur aber nachhaltig zu begegnen, müssten Bund, Länder und Kommunen ihre Investitionsbudgets weiter erhöhen und langfristig verstetigen.“ Ein starkes Bauressort mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm sei notwendig, um den Industriestandort zu modernisieren und Wohnraum bereitzustellen.

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